Konjunktur
Nur keine Panik

Der tiefste Stand seit 13 Jahren.“ „Der neunte Rückgang in Folge.“ „Weit unter dem historischen Tiefpunkt.“ Provoziert hat solche schlechten Nachrichten gestern der ZEW–Index , eine monatliche Umfrage unter Finanzmarktexperten. Doch was wie Schreckensmeldungen klingt, muss keineswegs auch schon Angst auslösen.

So zeigt das ZEW-Barometer erstens an, ob sich das Wirtschaftswachstum beschleunigt oder verlangsamt. Es gibt aber keinerlei Auskunft darüber, wie ausgeprägt dies jeweils sein wird. Und zweitens verbessert sich die Wirtschaftslage aktuell so stark, dass der Spielraum nach oben mittlerweile sehr klein geworden ist.

Dass die Konjunkturerwartungen erneut zurückgegangen sind, muss also vor dem Hintergrund einer günstigen Entwicklung im laufenden Quartal und der Aussicht, dass die ersten Monate 2007 schwächere Zahlen bescheren werden, nicht verwundern. Eine Frage stellt sich aber doch: Die Umfrage bezieht sich jeweils auf die kommenden sechs Monate, reicht also bereits in das zweite Quartal 2007. Und für diesen Zeitraum rechnen Ökonomen mit einer Belebung der Weltwirtschaft.

Dass die Stimmung der deutschen Finanzmarktexperten dennoch erneut sank, erklärt das ZEW selbst auch mit der „missratenen“ Gesundheitsreform. Doch das ist eine Mutmaßung der Wirtschaftsforscher. Nach weiteren Gründen fragen sie nämlich nicht. Und deren, so die alte und neue schlechte Nachricht, gibt es eben noch eine ganze Reihe: So könnte auch das fiskalische „Erhöhungsbündel“ die Stimmung trüben. Denn dieses umfasst neben den Erhöhungen von Mehrwert- und Versicherungsteuer auch die so genannte Reichensteuer oder die steigenden Beiträge zur Kranken- und zur Rentenversicherung.

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