Konzerne
Die USA schmieren ab

Der hohe Ölpreis führt dazu, dass amerikanische Konzerne im internationalen Vergleich an Gewicht verlieren.
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Amerika dominiert die Welt. Das zeigt das Ranking der 50 größten Unternehmen. Ob nach Umsatz oder Börsenwert sortiert, kein Land stellt so viele Unternehmen. Doch genauso klar ist auch die Erkenntnis: Kein Land verliert so sehr Anteile wie die USA.

Ursache für den Aufstieg in den Siebzigern und Abstieg seit der Jahrtausendwende ist das teure Öl. Als die Ölförderländer in Nahost vor 35 Jahren die Weltwirtschaft in die Zange nahmen, indem sie den Hahn zudrehten, profitierte Big Oil in Amerika mit Exxon, Texaco, Mobil und Co. am meisten von der Verknappung des schwarzen Rohstoffes, also dem höheren Preis.

35 Jahre später steigt der Ölpreis wieder, doch Profiteure des diesmal nachfragegetriebenen Booms sind die Ölförderländer selbst. Sie erschweren amerikanischen, aber auch europäischen Konzernen immer mehr den Zugang zu ihren Quellen. Folge des neuen Rohstoffbooms ist, dass nun Konzerne aus Brasilien, Russland, Saudi-Arabien und Südafrika bei den Großen kräftig mitmischen. Die Zeiten, in denen sich etablierte Industrienationen bei Schwellenländern billig mit Rohstoffen bedienen, sind vorbei.

Mehr noch: Der Rohstoffboom macht arme Länder reicher und stärkt so die Nachfrage nach Maschinen, Nahrungsmitteln und Computern. Davon profitieren die Europäer mehr als die Amerikaner, weil sie näher an ihren Kunden sitzen und schneller auf die Bedürfnisse reagieren. Amerikas Dominanz schwindet also noch weiter.

Am Ende teilt sich der Kuchen in mehr Stücke als jemals zuvor. Viel spricht dafür, dass der Trend unumkehrbar ist - Amerika also seine alte Dominanz nicht zurückgewinnt. Der Grund dafür ist das weltweit begrenzte Vorkommen an Rohstoffen. Wer sie hat, steht morgen auf der Liste der größten Unternehmen.

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