Kraftwerke: Kommentar: Der Atomausstieg muss verschoben werden

Kraftwerke
Kommentar: Der Atomausstieg muss verschoben werden

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Droht Deutschland schon bald der Blackout? Ganz so schlimm wird es hoffentlich nicht kommen. Die Szenarien, die einen ernst zu nehmenden Engpass in der Stromproduktion vorhersagen, sind aber äußerst ernst zu nehmen. Klimaschutz und Atomausstieg stellen hohe Anforderungen an den Bau neuer Kraftwerke – und sind kaum zu erfüllen.

Deutschlands Stromversorgung soll sich durch die politischen Vorgaben bis 2020 massiv verändern. Die Bundesregierung will zum einen den Anteil erneuerbarer Energien ausbauen, zum anderen sollen nach dem vereinbarten Atomkonsens bis dahin rund 14 Kernkraftwerke vom Netz. Gleichzeitig verlangt die EU-Kommission mit Blick auf das Klimaproblem, dass die Emission des Treibhausgases CO2 sinkt. Das bedeutet das Aus für veraltete Braun- und Steinkohlekraftwerke.

Das Problem: Die unterschiedlichen Vorgaben lassen sich nicht in Einklang bringen. Mit dem Atomausstieg sollen Kraftwerke vom Netz, die praktisch CO2-frei Strom produzieren. Mit den erneuerbaren Energien lässt sich das aber nicht kompensieren. Ihr Anteil wird sich zwar erhöhen, Wind, Sonne und Co. sind aber nicht zur Deckung der Grundversorgung geeignet, weil sie witterungsbedingt unregelmäßig Strom produzieren.

Die vergleichsweise sauberen Gasanlagen werden mit steigenden Importpreisen zunehmend unrentabel, und das CO2-freie Kohlekraftwerk ist bisher nicht mehr als eine Vision. Verschärft wird die Situation noch durch die dramatisch steigenden Kosten für neue Kraftwerke. Letztlich gibt es nur eine Möglichkeit, um kurzfristig den Klimaschutz voranzubringen und die Versorgung sicher aufrechtzuhalten: Der Atomausstieg muss verschoben, die Laufzeiten müssen verlängert werden.

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