Krankenversicherung
Kommentar: Wieder im Spiel

Die Unternehmen der privaten Krankenversicherung sind über ihren Schatten gesprungen. Mit ihrem neuen Vorschlag eines Basisschutzes, den jeder Kunde ohne Gesundheitsprüfung erhält, verzichten sie darauf, Risiken eingehend zu prüfen – und das gehört eigentlich zum Selbstverständnis der Branche.

Der wichtigste Punkt ist aber: Nach jahrelangen Diskussionen hat sich die Branche, die von durchaus eigenwilligen Köpfen geprägt ist, nun mit einem einheitlichen Vorschlag in die Diskussion um das deutsche Gesundheitssystem eingemischt. Damit ist die Branche wieder im Spiel. Viel zu lange hatte sie alle Vorschläge der Politik als untauglich zurückgewiesen, gleichzeitig aber keine abgestimmten Konzepte vorgelegt.

Die Erfahrungen der Branche sind jedoch sehr wichtig. Denn sie praktiziert seit langem das Prinzip der Kapitaldeckung, legt also Reserven an, um die mit dem Alter steigenden Krankheitskosten aufzufangen. Dieses Prinzip ist für die alternde deutsche Gesellschaft enorm wichtig. In der Diskussion um die Rentenversicherung spielt es bereits eine wichtige Rolle, im Streit um das Gesundheitssystem dagegen noch viel zu wenig. Die privaten Anbieter haben daher in der politischen Diskussion etwas zu bieten.

Mit ihrem neuen Vorschlag zielt die Branche zunächst nur auf die „freiwillig“ Versicherten ab, die mit ihrem Monatseinkommen oberhalb der Pflichtversicherungsgrenze liegen. Denn nur diese dürfen überhaupt in die private Versicherung wechseln. Aber das neue System wäre in einem zweiten Schritt erweiterungsfähig. Die private Krankenversicherung könnte sich später für alle Bürger öffnen. Und damit gäbe es endlich einen echten Wettbewerb zwischen gesetzlichen und privaten Kassen.

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