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Kunden wollen gute Bücher

Vorhang auf für die Welt der Literatur: Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet, und sie hat schon Akzente gesetzt. Zum ersten Mal hat der Börsenverein den Deutschen Buchpreis verliehen. Der Sieger Arno Geiger darf sich nun rühmen, in diesem Jahr den besten Roman unter den deutschsprachigen Neuerscheinungen geschrieben zu haben.

Vorhang auf für die Welt der Literatur: Die Frankfurter Buchmesse ist eröffnet, und sie hat schon Akzente gesetzt. Zum ersten Mal hat der Börsenverein den Deutschen Buchpreis verliehen. Der Sieger Arno Geiger darf sich nun rühmen, in diesem Jahr den besten Roman unter den deutschsprachigen Neuerscheinungen geschrieben zu haben.

Mit der Auszeichnung befeuert der Börsenverein eine Diskussion, die schon seit Jahren in der Buchbranche brennt: Es gibt zu wenig qualitativ hochwertige Literatur in deutscher Sprache. Eine Tatsache, über die auch die beiden Nobelpreise für Elfriede Jelinek und Günter Grass nicht hinwegtäuschen können. Nicht einmal ein Viertel der hier zu Lande verkauften Belletristik-Bestseller stammt von deutschsprachigen Autoren. Die überwiegende Mehrzahl der erfolgreichen Bücher sind Übersetzungen. Damit nimmt Deutschland weltweit eine Spitzenstellung ein.

Die Branche muss sich allerdings auch an die eigene Nase packen: Denn gute Bücher leben nicht nur von Intuition und literarischem Genie, sie bestehen zu einem großen Teil auch aus Detailarbeit in den Lektoraten der Verlage. Und genau hier haben viele deutsche Verlage in den vergangenen Jahren rationalisiert. Bücher erscheinen heute vielfach mit Rechtschreibfehlern, falscher Grammatik und stilistischen Mängeln. Zu selten nehmen sich die Verlage die Zeit, ihre Autoren über einen längeren Zeitraum zu betreuen. Die Folge dieser Einsparungen ist vergleichbar mit der Entwicklung in der Autoindustrie: Auf die Dauer akzeptiert der Kunde nur qualitativ ansprechende Produkte.

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