Landesbank Berlin
Ab in die Büsche

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Anfang Februar hatten noch 19 potenzielle Erwerber ihr Interesse an der Landesbank Berlin samt ihrer Sparkasse bekundet. Finanzsenator Sarrazin zeigte sich damals „hoch zufrieden“.

Doch seitdem hat sich das Feld erstaunlich schnell gelichtet. Die privaten Finanzinvestoren und die Großbanken aus dem In- und Ausland haben sich so schnell vom Acker gemacht, wie sie nur konnten. Jetzt hält nur noch Commerzbank-Chef Müller die Fahne der Privaten hoch. Aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis er „mit Rücksicht auf die Aktionäre“ die Segel streicht. Was anfangs noch als entscheidende Schlacht um den Aufbruch des Drei-Säulen-Systems der deutschen Kreditwirtschaft hochstilisiert wurde, endet als Scharmützel im öffentlich-rechtlichen Bankenlager zwischen der Landesbank in Stuttgart und dem Sparkassenverband DSGV. Nur wenn die Preise den Berlinern am Ende gar zu niedrig sein sollten, bleibt als letzter Notausstieg der Börsengang.

Wie konnte es dazu kommen? Von Anfang an war der Prozess von Politik durchtränkt. Die Sparkassen machten deutlich, dass sie zur Abwehr privater Institute praktisch jedes Gebot toppen würden. Und vor allem die Ausländer dürfte der Einstieg der öffentlich-rechtlichen Landesbanken verunsichert haben, hinter denen neben den Sparkassen auch die Landespolitiker stehen. Falls es stimmen sollte, dass jetzt auch politischer Druck die LBBW bewegt hat, ihr Gebot zu Gunsten der Sparkassen nach unten zu korrigieren, würden diese Bedenken nur bestätigt. Allerdings zeigt der Verlauf des Bieterverfahrens auch, dass hiesige Banken nicht unbedingt Priorität genießen bei den Ausländern. Mit letztem Biss ging jedenfalls keiner ans Werk, um Renditeerwartungen einzukaufen, die international gesehen eher kümmerlich sind.

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