Landesbanken
Die WestLB hat ausgedient

Wenn eine Bank nicht mehr weiterkann, dann ist der Staat gefragt. Zu dumm nur, dass die angeschlagene WestLB schon weitgehend in Staatsbesitz ist, verstaatlichen hilft also nicht weiter. Weitere staatliche Hilfen werden auch problematisch, weil die EU-Kommission ja genau diese Subventionen nicht mehr dulden will.

Wenn eine Bank nicht mehr weiterkann, dann ist der Staat gefragt. Zu dumm nur, dass die angeschlagene WestLB schon weitgehend in Staatsbesitz ist, verstaatlichen hilft also nicht weiter. Weitere staatliche Hilfen werden auch problematisch, weil die EU-Kommission ja genau diese Subventionen nicht mehr dulden will.

Man darf gespannt sein, welche juristischen Lösungen die Experten aushecken, um den gelähmten Riesen in Düsseldorf am Leben zu erhalten, auch wenn die EU-Kommission die Geduld verliert. Am besten wäre es aber, die Politik würde die WestLB zum Paradebeispiel für eine Lösung machen, die wir über kurz oder lang auch in anderen Fällen benötigen werden: die geordnete Abwicklung.

Die Landesbank einfach kippen zu lassen geht nicht. Ähnlich wie bei anderen großen Kreditinstituten wäre der Schaden für die gesamte Branche verheerend – besonders für die Sparkassen, die noch Geld in der WestLB stecken haben, aber nicht nur für sie.

Wie könnte eine geordnete Abwicklung aussehen? Die Bank müsste das Neugeschäft einstellen und konsequent alles in der Bilanz, was sich zu annehmbaren Preisen verkaufen lässt, abstoßen. Einzelne Geschäftsbereiche, die noch gut laufen, sollte sie ebenfalls verkaufen. Auf diese Weise ließe sich sogar die Konsolidierung weitertreiben, die mit der Bank insgesamt wegen der Risiken in ihrer Bilanz nicht zu machen ist. Das alles sollte unter einem staatlichen Garantieschirm stattfinden, der die Gläubiger der Bank schützt, damit keine Panikreaktion ausgelöst wird.

Nach und nach wird so die Bilanzsumme abgebaut – bis alles weg ist, kann es freilich noch Jahre dauern. Im Grunde sind die WestLB und andere Banken wie die IKB, die ihre Bilanzsumme zurückführen müssen, sogar schon in dieser Richtung unterwegs – nur noch nicht offiziell. Mit einem derartigen langsamen Marktaustritt sollte sich auch die EU-Kommission zufriedengeben. Schließlich kann sie nicht verlangen, dass in Düsseldorf ein zweiter Fall Lehman inszeniert wird.

Für die Arbeitnehmer wäre die Lösung hart, weil nach und nach die meisten Jobs wegfallen würden. Aber wahrscheinlich haben viele von ihnen bessere Chancen auf neue Arbeit als die meisten Leute, die jetzt bei Opel um ihre Zukunft bangen.

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