Landesbanken Leichtfertig gezündelt

Was ist eigentlich in den Chef der WestLB gefahren?
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Alexander Stuhlmann warnt vor versammelter Journalisten-Mannschaft vor einer krisenhaften Lage am deutschen Bankenmarkt. Er sieht eine abnehmende Bereitschaft, deutschen Banken Kreditlinien zur Verfügung zu stellen.

Das kann eigentlich nicht wahr sein: Hier wird eine Finanzkrise herbeigeredet, wo es noch keine gibt. Als ob wir bald japanische Verhältnisse bei uns in Deutschland hätten – in Japan kam es in den 90er-Jahren aufgrund einer hausgemachten Hypothekenkrise zu einem Bankendesaster.

Als Vorstandsvorsitzender einer der großen Institute hierzulande kann man sich derartige Äußerungen nicht leisten, auch wenn die Märkte die Worte verhältnismäßig ruhig aufgenommen haben. Gerade die Landesbanken haben ein Imageproblem im Ausland, das sich nicht zuletzt auf die Kreditangebote an heimische Institute auswirkt. Natürlich sind gerade im Landesbankenbereich die Sicherungseinrichtungen schwierig zu verstehen, die im Fall des Falles greifen müssen. Doch das alles sind Besonderheiten, die keinesfalls für eine allgemeine Krise deutscher Banken sprechen.

Derzeit sind alle, wirklich alle Banken im In- und Ausland mit Nachdruck dabei, ihre eigenen Kreditbücher zu durchforsten. Sie checken, mit wem sie Kreditbeziehungen eingegangen sind; sie prüfen, was als Sicherheiten vorhanden ist und für was das Geld verwendet wurde. Solange das nicht geklärt ist, werden die Institute vorsichtig sein und sich zurückhalten, gegenüber allen Banken. Ein entgangenes Geschäft ist besser als eines, das sich im Nachhinein als sehr teuer herausstellt. Deshalb hätte sich Herr Stuhlmann besser in Schweigen gehüllt und kein Feuer geschürt, wo noch keines war. Dieses Fingerspitzengefühl muss ein Top-Bankmanager haben.

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