Landesbanken
Operation in höchster Not

Die LBBW greift nach dem Rettungsschirm: Kommen da bald noch mehr Belastungen hoch?
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Jetzt erwischt es auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Sie braucht dringend frisches Kapital und zapft deshalb die Eigentümer mit bis zu sechs Milliarden Euro an. Damit nicht genug. Auch der Rettungsfonds des Bundes wird über Garantien stark in Anspruch genommen. Wer hätte das gedacht? Zu gut klingen noch die Worte von Vorstandschef Siegfried Jaschinski nach, der vom Bund sogar Prämien verlangt hatte. Nur dann würden die Banken Wertpapiere unter staatlichem Schutz begeben und mit dem Geld dann den Mittelstand und andere Unternehmen mit Krediten versorgen.

Davon ist heute keine Rede mehr. Offenbar sind die Belastungen der Stuttgarter zu groß, die durch den Kauf der SachsenLB, durch Belastungen aus Engagements in Wertpapieren der Pleitebank Lehman Brothers und in Island entstanden. Und wer weiß, vielleicht kommt bald noch viel mehr hoch?

Bislang weist die Landesbank keine Quartalszahlen aus, die darüber Aufschluss geben könnten. Für eine Bank dieser Größe ein Ding der Unmöglichkeit. Die Eigentümer, also die Bürger in Baden und in Württemberg, müssen diese Transparenz rasch einfordern. Nur so können sie sich ein halbwegs realistisches Bild über die Situation der Bank machen.

Außerdem zeigt die missliche Lage bei der LBBW, dass bei der Konsolidierung der Landesbanken endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden müssen. Wenn jetzt nichts geschieht, darf sich niemand mehr wundern, dass selbst die stärkste deutsche Landesbank um Hilfe bittet. Noch vor Weihnachten muss mit den Verhandlungen über eine Fusion mit der Bayerischen Landesbank begonnen werden. Das schließt das Abschmelzen der Bilanzen ein, die Entlassung von Mitarbeitern, die Neuaufstellung der Institute. Es gibt keinen anderen Weg.

Robert Landgraf
Robert Landgraf
Handelsblatt / Chefkorrespondent Finanzmärkte

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