LANDESBANKEN
Weckruf für Beharrer

Die öffentlich-rechtlichen Landesbanken handeln nach dem Motto: „Rette sich, wer kann.“

Nach dem Wegfall der staatlichen Ausfallgarantien vor rund zwei Jahren ist es mit der Solidarität der Institute untereinander nicht mehr weit her. Die Kapitalverflechtung der NordLB mit der börsennotierten norwegischen DnB NOR ist dafür ein weiterer Beweis. Wieder wird ein Tabu gebrochen, schließlich lassen sich die Hannoveraner mit einer mehrheitlich börsennotierten und damit privatwirtschaftlich orientierten Bank aus dem Ausland ein.

Die Verfechter der reinen Lehre in der Sparkassen-Finanzgruppe werden verstimmt sein. Ihnen zufolge sollte man sich in der deutschen Familie zusammenschließen. Der bisher schwerste Schlag dagegen war der Einstieg eines angelsächsischen Finanzinvestors bei der HSH Nordbank.

Dabei zieht die NordLB nur die Konsequenzen aus der Lähmung im Landesbankenlager. Es ist ein weiterer Weckruf, endlich für Bewegung zu sorgen. Seit Jahren wird von Experten eine Konsolidierung angemahnt, getan hat sich aber wenig. Der Schlüssel liegt bei den Eigentümern, den Sparkassenverbänden und den Ländern. Hier verhindern Eifersüchteleien, Besitzstandsdenken und Ängste wegen der regionalen Standorte einen großen Wurf.

Doch lange wird sich die Politik nicht mehr der Betriebswirtschaft entziehen können. Schon jetzt wird die Refinanzierung an den Kapitalmärkten ohne die alten Spitzenratings immer teurer, hinzu kommt ein gnadenloser Wettbewerb im Mittelstandsgeschäft. Deshalb hat auch das Bietgefecht um die Landesbank Berlin einen so hohen Stellenwert im öffentlich-rechtlichen Lager. Wenn sich die BayernLB, die WestLB oder die mächtige LBBW durchsetzt, dann wird die Siegerin dank der Größenvorteile zum Anführer in der Konsolidierung werden.

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