Leitartikel
Fakten folgen der Stimmung

Glaubt man den aktuellen Stimmungsindikatoren und den jüngsten Wachstumsprognosen, dann steht Deutschland ein Wirtschaftswachstum von bis zu zwei Prozent ins Haus.

Folgt man den zeitgleich veröffentlichten Fakten, dann hält die Kälte an: Fünf Millionen Arbeitslose und fast täglich neue Entlassungsprogramme in der Großindustrie ernüchtern. Im letzten Quartal des Vorjahres ist das Wachstumstempo auf die Nulllinie zurückgefallen.

Viele Fakten nähren den Pessimismus: Schließlich ist in den USA gleichzeitig die Nachfrage geradezu dramatisch eingebrochen, wenn auch nur vorübergehend. Darunter litt der deutsche Export, der Wachstumsmotor. Die private Nachfrage im Inland ist geschrumpft, eine Konsequenz auch der erfolgreichen Sanierungsanstrengungen der Wirtschaft, die ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Abbau von Arbeitsplätzen und Abschmelzen der Löhne verbessert.

Die Iran-Krise schaukelt sich auf, und damit wächst die Unsicherheit und steigen die Ölpreise. Und schon entbrennen Verteilungskonflikte, noch ehe der Kuchen gebacken ist: Der öffentliche Dienst streikt, als ob die Staatskassen schon wieder prall gefüllt wären, und der Tarifkonflikt in der Elektro- und Metallindustrie kann zum Konjunkturrisiko eskalieren.

Noch überspielt die gute Stimmung vor allem im Mittelstand die bedrohlichen Fakten und nimmt eine positive Entwicklung vorweg. Das ist nicht ungewöhnlich. Auch der Jahresbeginn 2005 war von rosiger Euphorie geprägt, die dann an der Realität scheiterte. Diesmal sieht es so aus, als ob die Konjunktur tatsächlich Schwung nehmen könnte, denn die Investitionen sind angesprungen, weil die Unternehmen ihre Kapazitäten erweitern.

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