Lkw
Zweiklassengesellschaft

Wer wurde nicht alles schon mit wem in der Nutzfahrzeugbranche verheiratet?

Wenn jetzt wieder von einer möglichen Konsolidierungsrunde gesprochen wird, dann hat das tiefere Gründe als noch vor wenigen Jahren. Damals wuchsen die Fusionsfantasien vor allem aus der Not, weil es in der Absatzkrise fast allen schlecht ging.

Heute sind nach vier Jahren Aufschwung alle wohl auf. Aber das Lager ist dennoch zweigeteilt. In einer Liga spielen eigentlich nur Weltmarktführer Daimler-Chrysler und Volvo mit leichten Vorteilen für die Stuttgarter. Fuso war zwar ein Sanierungsfall, aber Daimler ist in Japan als einziger Europäer mit einem eigenen Unternehmen vor Ort. Volvo ist dagegen nur bei den LKW von Nissan beteiligt.

Für die beiden Großen entscheidet sich die Schlacht der Zukunft vielmehr in den aufstrebenden Ländern China, Indien oder Osteuropa. Wer dort die besten lokalen Partner herauspickt, wird die Nase vorne haben. Denn die europäischen High-Tech-Brummis sind für diese Märkte viel zu teuer: Passende Produkte für die richtigen Märkte mit verlässlichen Partnern zu finden, ist hier die Kunst. Da ist genaue Detailarbeit und keine Überstürzung angesagt.

Größere Fusionen werden eher bei den mittelgroßen Herstellern wieder zum Thema. Denn MAN kann beispielsweise nur durch eine Übernahme näher an die beiden Branchengrößen heranrücken. Der Druck zum Handeln steigt. Daimler-Chrysler schockt ab dem kommenden Jahr die Konkurrenz mit einem nahezu einheitlichen Welt-Motor für schwere LKW. Bis zu 300000 Motoren pro Jahr sollen vom Band kommen. Das heißt mehrere hundert Millionen Euro Entwicklungskosten werden nur einmal fällig für alle LKW-Marken des Konzerns. MAN, Scania VW und Co. müssen sich sputen. Sonst wird es immer enger.

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