Lückenfüllendes Durcheinander wird Fachbesuchern nicht gerecht
Gemischtwaren-Bazar Halle 1 muss geordnet werden

Die Cebit 2005 ist gut gelaufen. Doch für das kommende Jahr braucht die Fachmesse eine ordnende Hand, vor allem in der historischen Halle 1.

Frühlingsstimmung beim fröhlichen Messemacher Ernst Raue von der Deutschen Messe AG in Hannover. Auf der Abschlusskonferenz der Cebit am Mittwochmittag gab es nur Positives von den Verantwortlichen zu hören. Auch Bitkom-Vizepräsident Dieter Kempf von der Nürnberger Datev eG strahlte voll Zufriedenheit. Die Klasse der 480 000 Besucher stimmte, die meisten von ihnen Fachbesucher. Es seien gute Gespräche geführte und erfolgreiche Abschlüsse getätigt worden. Wunderbar. Das soll auch so bleiben, braucht doch Deutschland einen wirtschaftlichen Aufwind wie auf der gerade zu Ende gehenden Cebit so dringend wie wir alle die wärmenden Sonnenstrahlen des Frühlings nach dem sibirischen Winter dieses Jahres brauchen.

Doch es gab auch konstruktive Kritik aus Hannover zu hören. Dabei ging es - wie nicht anders zu erwarten - vor allem um die Frage der Koexistenz von Unterhaltungs- und Verbraucher-Elektronik und Business-IT auf der Fachmesse Cebit. Dabei waren zwei Kritikpunkte zu hören - die aktuelle Präsentation der Halle 1 und das Problem zu starker Beschallung von benachbarten Ständen.

Das Problem des heutigen "Gemischtwaren-Bazars Halle 1" ist historisch gewachsen. Alte Cebit-Hasen wissen, dass die Halle 1 vor der Trennung von der Hannovermesse Industrie das Centrum für Informations- und Bürotechnik - als die Cebit war. Allen großen Namen der Branchen hatten dort ihre fest eingebauten Stände in der riesigen, etwas unübersichtlichen Halle mit wenig Deckenhöhe. Durch den Zusammenschluss von Firmen Hewlett-Packard und Compaq entstanden freie Standflächen. Diese mussten gefüllt werden vor allem dann, als sich HP entschloss, nur noch als Unteraussteller auf der Cebit aufzutreten. Daraus entstand letztlich der in diesem Jahre von vielen Besuchern registrierte Mischmasch von IBM Business, Panasonic Unterhaltungsshow und Zubehöranbietern für digitale Fotografie wie Hama. Dazu konnte den zahlreichen neuen Ausstellern aus China ein frei gewordenes Plätzchen geben werden.

Die Halle 1 muss also thematisch neu geordnet werden, Herr Raue, so schwierig das organisatorisch ist. Sonst wird man dem hohen Anspruch der Messe für Fachbesucher aus Mittelstand und Handel nicht gerecht. Zusätzlich muss ein Regelkonzept gefunden werden, das ein Konzept der Beschallung, sprich Lärm, in Hallen regelt, in denen es in erster Linie um Business geht. In der Halle 7, der Themenhalle für Sicherheit, fühlten sich Aussteller wie Trend Micro und Symantec erheblich durch einen Nachbarstand gestört, der seine Sicherheitsaspekte mit heißen Sambarhythmen leicht bekleideter Ladys an den Mann brachte. Dadurch waren Geschäftsgespräche nur noch schwer möglich. Diese Art der schallenden Präsentation ist keine Frage der Konvergenz, sondern mangelnde Rücksicht. Auf der am Endverbraucherpublikum orientierten IFA in Berlin kann man mit Lautstärke in den Wettbewerbsring steigen, nicht aber in einer Business-Halle auf der Fachbesuchermesse Cebit.

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