Lufthansa
Verdi contra Ufo

Bei Lufthansa gibt man sich noch gelassen. Aber es drohen Verhältnisse wie bei der Deutschen Bahn, denn es könnte zum Streik kommen - und das in der Ferienzeit.
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Bei Lufthansa drohen Verhältnisse wie bei der Deutschen Bahn. Mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, der Unabhängigen Flugbegleiterorganisation Ufo und der Vereinigung Cockpit drohen sich drei miteinander verfeindete Gewerkschaften gegenseitig aufzuschaukeln. Dass dies zu Streiks in der Ferienzeit führt, muss Lufthansa-Arbeitsdirektor Stefan Lauer verhindern.

Ausfallende Flüge kann sich Lufthansa bei Rekordölpreisen und sinkender Nachfrage auf Rennstrecken wie Europa-China nicht leisten. Für das laufende Jahr sind die Konzernstrategen zwar noch zuversichtlich, an das Rekordergebnis von 2007 anknüpfen zu können: Sie haben Kerosinzuschläge am Markt durchgesetzt und sich gegen Preisanstiege abgesichert. Für 2009 aber gibt es noch nicht einmal eine Prognose.

Für die größte deutsche Fluglinie geht es um viel: Wenn ein Streik in der Ferienzeit losbräche, käme sie das teuer zu stehen. Ausgefallene Flüge können nicht wie in der Metallindustrie durch Sonderschichten aufgeholt werden. Die Aussicht auf Streiks führt zudem dazu, dass sich kurzfristig orientierte Geschäftsreisende Alternativen suchen - und das sind auf Kurz- und Mittelstrecken die Bahn und Air Berlin, auf Langstrecken die direkten Konkurrenten Air France und British Airways sowie Erzfeind Emirates.

Der Machtkampf der Gewerkschaften untereinander und mit dem Vorstand fußt auf einem komplizierten Tarifsystem - wie bei der Bahn mit den drei Gewerkschaften Transnet, GDL und GDBA. So verdienen Piloten der Lufthansa-Passage rund ein Viertel mehr als Kollegen in den Cockpits der Regionaltöchter. Diese Gemengelage öffnet Tür und Tor für Streit und Streiks. Lufthansa muss schnell für Klärung sorgen, sonst zahlt sie einen hohen Preis.

Tanja Kewes
Tanja Kewes
Handelsblatt / Chefreporterin

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