Märkte
Kein Grund zur Panik

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Nun also unter 7 400 Punkten! Knappe zehn Prozent hat der Deutsche Aktienindex (Dax) heute zu Handelsstart gegenüber seinem Allzeithoch von 8 151 Punkten verloren, das er erst vor zwei Wochen erreicht hatte. Ein Minus von fast 800 Punkten in zehn Handelstagen, das hat es seit in dieser Form seit dem Kurssturz des Jahres 2000 nicht mehr gegeben.

Dennoch besteht kein Grund zur Hysterie und schon gar nicht zur Panik. Die Gründe, die zur Korrektur führten, sind dünn. „Subprime“, ein Begriff, mit dem selbst in der Finanzwelt vor einem halben Jahr nur die wenigsten etwas anfangen konnten, ist plötzlich der Grund für alles Übel.

Bisher sind weitgehend nur kleinere Bankhäuser in den USA betroffen, doch die großen könnten in Mitleidenschaft geraten und dann die gesamte US-Konjunktur nach unten ziehen, wird immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt. Und das würde natürlich auch gleich das gesamte weltweite Finanzsystem belasten. Dabei stellt sich gerade jenseits des großen Teichs momentan vieles besser dar, als dies Ökonomen noch im ersten Halbjahr erwartet hatten. So zeichnet sich beispielsweise die US-Industrie durch extremes Wachstum aus, das relativiert vieles am schwächeren Wohnungsmarkt und der zuletzt gedämpften Konsumbereitschaft.

Erst recht keine Sorgen muss sich der deutsche Anleger machen. Die Unternehmen verdienen weiterhin prächtig und der Dax hat gute Chancen, seine Spitzenposition im Vergleich der weltweit führenden Börsenindizes auch in diesem Jahr zu behaupten. Das wäre dann das dritte Jahr in Folge.

Nur zur Erinnerung: Der Index der deutsche Top-30 hat das Jahr mit rund 6 600 Punkten begonnen, ist dann in knapp über sechs Monaten um etwa 1 550 Punkte gestiegen und hat jetzt knapp die Hälfte davon wieder abgeben.

Eines sollten Anleger bei der Betrachtung der derzeitigen Kurssprünge noch bedenken: Es ist Urlaubszeit. Seit heute sind überall in Deutschland Schulferien. Das heißt, die Umsätze sind dünn, die Handelssäle der Großbanken ausgedünnt und, wenn wenige verkaufen, aber keiner kauft, führt das schon mal zu größeren Ausschlägen, als die zu „normalen“ Zeiten der Fall ist.

Was den Märkten momentan fehlt, ist eine gewisse sommerliche Leichtigkeit. Themen ohne allzu großes Gewicht hätten dann auch die Bedeutung, die ihnen wirklich gebührt.

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