MAN-Scania
Rivalen im Ring

Siegreiche Feldherren werden von den Besiegten nur selten geliebt – höchstens geachtet. Wenn ihnen zudem das Image des Überläufers anhaftet, wird es selbst mit der Achtung schwierig.

Genau das ist das Problem, das MAN-Chef Håkan Samuelsson hat. In der Ökonomie haben solche Denkkategorien eigentlich nichts verloren, doch das Übernahmepoker zwischen MAN und Scania zeigt, dass sie in der ökonomischen Realität dennoch eine Rolle spielen. Nur so ist es zu erklären, dass bereits über einen neuen Chef einer MAN-Scania spekuliert wird, noch bevor die Übernahme überhaupt in trockenen Tüchern ist.

Dass MAN-Chef Samuelsson als Initiator der Fusion nicht automatisch als Vorstandschef gesetzt ist, hat er vor allem Leif Östling zu verdanken. Der Scania-Chef, ehemals Samuelssons Vorgesetzter, hat kaum eine Gelegenheit ausgelassen, die geplante Übernahme zu verteufeln und die Person Samuelsson zu schädigen. Dass sich der 61-Jährige damit selbst aus dem Rennen um eine Spitzenposition herauskatapultiert hat, scheint Östling nicht zu stören. Wichtiger war ihm, den feindlichen Charakter des Übernahmeversuchs zu unterstreichen und den Urheber in Misskredit zu bringen. Der bei MAN sehr erfolgreiche Samuelsson hat ihm dabei durch strategische Fehler bei der Vorbereitung des Angebots noch in die Hände gespielt.

Ein neutraler, von den Blessuren des Übernahmekampfes unbeschädigter Manager wie der Ex-Daimler-Mann und Haniel-Chef Eckhard Cordes könnte die Wogen glätten. Vor allem MAN- und Scania-Aktionär VW ist an einer einvernehmlichen Lösung mit den Schweden interessiert. Samuelsson abzulösen wäre zwar kein guter Stil, aber auch das ist keine ökonomische Messgröße.

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