Managergehälter Balsam für die Seele

Eigentlich wollten die Urheber selbst den Ball flach halten. Doch sind Managergehälter in Deutschland ein Reizthema, die Debatte um eine Begrenzung ist seit Jahren ein Selbstläufer. Deshalb kann es nicht verwundern, wenn die Vorschläge des SPD-Fraktionsvizes Joachim Poß gleich hohe Wellen schlagen, obwohl Herr Poß nun wirklich keine große Welle macht. Ein Kommentar.
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Eigentlich wollten die Urheber selbst den Ball flach halten. Doch sind Managergehälter in Deutschland ein Reizthema, die Debatte um eine Begrenzung ist seit Jahren ein Selbstläufer. Deshalb kann es nicht verwundern, wenn die Vorschläge des SPD-Fraktionsvizes Joachim Poß gleich hohe Wellen schlagen, obwohl Herr Poß nun wirklich keine große Welle macht.

Zur Diskussion stehen im Kern zwei Punkte: Erstens soll die Absetzbarkeit von Gehaltszahlungen gedeckelt werden und zweitens soll im Aktiengesetz die Rolle des Aufsichtsrats, und zwar des gesamten, in Vergütungsfragen betont werden.

Es ist das gute Recht der Politik sich gestaltend in die Grundsätze guter Unternehmensführung einzuschalten. Vielleicht ist es sogar in einer Marktwirtschaft ihre Pflicht wenn die Selbststeuerungskräfte der Wirtschaft versagen. Die Frage ist aber: Wie weit, wie detailliert darf der Staat in die freie Gestaltung des Wirtschaftens eingreifen?

Es wäre kein Untergang des Abendlandes, würde den Unternehmen per Steuerrecht die Möglichkeit genommen, Managertantiemen in beliebiger Höhe steuermindernd abzusetzen. Ein politischer Deckel ist akzeptabel – und kein Bruch mit dem System. Schließlich begrenzt der Staat auch die Absetzbarkeit anderer Kosten und Aufwendungen. Nur: Erfahrungen in anderen Ländern zeigen. Dieses Instrument ist stumpf. Kein Unternehmen lässt sich vom Steuerrecht seine Vergütungssysteme diktieren.

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