Managergehälter
Überfällige Debatte

Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, hat eine feine Nase für Aufreger-Themen. Juncker läuft sich für eine Kandidatur um das neue Amt des EU-Ratspräsidenten warm – da kann es nicht schaden, ein populäres Thema wie das der Managergehälter aufzugreifen.

Das Thema stand nicht auf der Brüsseler Tagesordnung. Dennoch ist es kein Zufall, dass die Euro-Gruppe ausgerechnet jetzt die Managergehälter ins Visier nimmt. Rasant wachsende Einkommen und Abfindungen für scheidende Unternehmenschefs sorgen in vielen EU-Staaten für Ärger. Nicht nur in Deutschland, auch in Frankreich, Italien und Portugal streitet man über die angemessene Bezahlung der Manager. In Zeiten steigender Inflation und sinkender Reallöhne ist vor allem der „goldene Handschlag“ ein Ärgernis.

Der Chef der Euro-Gruppe, Luxemburgs Premier Jean-Claude Juncker, hat eine feine Nase für Aufreger-Themen. Juncker läuft sich für eine Kandidatur um das neue Amt des EU-Ratspräsidenten warm – da kann es nicht schaden, ein populäres Thema aufzugreifen. Die Debatte ist ohnehin überfällig. Allerdings verwundert die Art, wie Juncker & Co. das Problem angehen. Im Alleingang, ohne Abstimmung mit der EU-Kommission, dem Finanzministerrat oder internationalen Gremien haben sie ihre Offensive gestartet. Auch die mangelnde Vorbereitung überrascht: Wenn man sich schon so ein heikles Thema wie die Managergehälter vornimmt, sollte man mehr auf Lager haben als vage Ideen und vollmundige Sprüche. Juncker beklagte „skandalös“ hohe Abfindungen, Lösungsvorschläge blieb er jedoch schuldig.

Dabei gibt es durchaus vernünftige Ideen, wie man der Selbstbedienungsmentalität mancher Manager Herr werden könnte. Ein Ansatz ist es, die Eigentümer, bei Aktiengesellschaften also die Hauptversammlung direkt entscheiden zu lassen, wie hoch Gehälter, Abfindungen und Pensionsansprüche der Spitzenmanager sein sollen. Offenheit ist ein gutes Mittel gegen Kungeleien.

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