Marktbereinigung
Kommentar: Keine Trauer um Walter Bau

Deutschlands drittgrößter Baukonzern ist pleite - und niemand regt sich auf. Im Gegenteil: Die Branche atmet zufrieden durch, Marktbereinigung nennt sie das.

HB DÜSSELDORF. Die Konkurrenz ist froh, dass es ausgerechnet die Augsburger Walter Bau AG erwischt hat, die seit Jahren angeblich mit Niedrigstpreisen den Wettbewerb verzerrt. Selbst die Banken sind zufrieden, dass sie endlich einen Schluss-Strich unter ein riskantes Engagement ziehen können. Lange hat sich keine der 27 Gläubiger Walters getraut, die Notbremse zu ziehen. Keiner wollte den Schwarzen Peter dafür haben, den angeschlagenen Konzern in die Insolvenz zu drängen. Diese unangenehme Rolle hat ihnen die niederländische ABN Amro abgenommen. Das Institut stellte knallharte Bedingungen für seine Zustimmung zum Sanierungsplan, so dass die Rettung Walters am Ende scheiterte.

Selbst das ist gut so. Denn ein Weiterwursteln bei Walter Bau macht keinen Sinn mehr. Schade ist es um Selfmade-Männer wie Ignaz Walter. Aber: Sein Lebenswerk hat er selbst zerstört, nicht die Banken.

Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent
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