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Mehdorns Rücktritt: Deutsche Bahn: Eine tragische Geschichte

Hartmut Mehdorn ist an sich selbst gescheitert. Seine Selbstgewissheit erinnerte an Starrsinn, seine Entschlossenheit an Brutalität, seine Kontrollwut trug Züge von Verfolgungswahn. Noch am Sonntagabend hatte der Bahn-Chef geglaubt, nicht eigene Fehler hätten ihn in eine so bedrohliche Lage getrieben, sondern die Kampagne seiner Feinde.

Hartmut Mehdorn ist an sich selbst gescheitert. Seine Selbstgewissheit erinnerte an Starrsinn, seine Entschlossenheit an Brutalität, seine Kontrollwut trug Züge von Verfolgungswahn. Noch am Sonntagabend hatte der Bahn-Chef geglaubt, nicht eigene Fehler hätten ihn in eine so bedrohliche Lage getrieben, sondern die Kampagne seiner Feinde. Erst die Kanzlerin musste ihm klarmachen, dass er sich mit dem Datenskandal am Ende selbst demontiert hat.

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Und trotzdem: Hartmut Mehdorn hat sich Verdienste für die Bahn und für das Land erworben. Nur ein Entschlossener wie er war in der Lage, aus dem maroden Staatsbetrieb einen weltweit aktiven und in weiten Teilen erfolgreichen Logistikkonzern zu formen. Mit eisernem Willen hätte es Mehdorn um ein Haar sogar geschafft, die Bahn an die Börse zu bringen. Dass ausgerechnet der Kollaps der Lehman Brothers und die Finanzkrise ihm diesen Triumph unmöglich machten, ist eines der traurigsten Kapitel in einer insgesamt tragischen Geschichte.

Eigentlich hat Hartmut Mehdorn stets das gemacht, was er wollte - weil er es für richtig hielt. Genau so einen Typ brauchte die Bahn. Aber wahrscheinlich konnte es deshalb auch nicht gutgehen. Als der Sohn eines Berliner Unternehmers den Konzern im Dezember 1999 aus der Hand seines glücklosen Vorgängers Johannes Ludewig übernahm, da wusste er jedenfalls, worauf er sich einließ: auf den schwersten Posten, den das Land zu vergeben hatte. Die Bahn war ohne unternehmerische Perspektive und hochdefizitär, Bahn-Chef zu sein bedeutete gleichzeitig hochpolitisches Wirken. Was folgte, war so schlecht nicht.

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