Merck
Kommentar: Ein logischer Schritt

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Die Darmstädter Merck-Gruppe hat mit dem Verkauf ihrer Generika-Sparte an den US-Konzern Mylan einen weiteren wichtigen und zugleich auch einen lukrativen Schritt beim Umbau ihres Pharmageschäfts vollzogen. Mit knapp fünf Milliarden Euro oder rund dem Sechszehnfachen des Betriebsgewinns bewegt sich der Kaufpreis immerhin auf einem Niveau, zu dem derzeit auch manche großen forschenden Pharmahersteller bewertet werden. Und der Nettoerlös aus der Transaktion dürfte es Merck ermöglichen, die Verschuldung, die aus der Übernahme der Schweizer Serono-Gruppe resultiert, zu reduzieren. Das Darmstädter Pharma- und Chemieunternehmen gewinnt damit wieder finanziellen Spielraum für neue Investitionen.

Beide Transaktionen zusammen bedeuten für Merck eine Neuausrichtung, die das Risikoprofil im Pharmabereich massiv verschiebt. Denn ruhte das Geschäft bisher noch maßgeblich auf patentfreien Nachahmerprodukten, wird man sich in Zukunft überwiegend auf innovative Originalmedikamente konzentrieren. Das ist insofern mutig, als man sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten in der eigenen Pharmaforschung nicht gerade mit Ruhm bekleckerte. Einziger Lichtblick war bis vor kurzem noch das Krebsmittel Erbitux, das der Konzern Ende der 90er-Jahre von der US-Firma Imclone einlizenzierte. Die Integration von Serono eröffnet für die Sparte nun neue Perspektiven, vergrößert aber den Bedarf an neuen Produkten.

Die Trennung von Generika ist für Merck ein logischer Schritt, zumal auch in diesem Segment des Pharmamarktes inzwischen ein rauerer Wind weht. Die Gefahr, sich zu verzetteln, wäre zu groß gewesen. Und den neuen Finanzspielraum kann der Konzern gut gebrauchen.

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