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Merkels Europapolitik: Mit Prinzipien lässt sich die Krise nicht lösen

Die Kanzlerin baut ihre Europapolitik auf richtigen Grundsätzen auf. Die sture Art und Weise, mit der sie diese Prinzipien umsetzt, ist aber falsch. So führt der deutsche Weg nicht nach Europa. Ein Kommentar

„Staatsmänner schweben mit beiden Beinen fest über den Tatsachen“, hat der Kabarettist Oliver Hassencamp einmal gesagt. Das trifft auch auf die Staatsfrau Merkel zu. Sie glaubt an das Richtige. Aber das Richtige ist nicht der Stoff, aus dem sich derzeit eine Lösung schneidern lässt. Merkel folgt den hehren Prinzipien deutscher Stabilitätskultur, aber sie macht daraus die falsche Politik. In Davos sprach sie zu Recht von „pessimistischen Bemerkungen“, die im fünften Jahr nach Ausbruch der Finanzkrise angebracht seien. „Der Welt bleibt viel zu tun“, sagte sie.

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Aber die Welt schaut derzeit auch auf Angela Merkel. Und sie schaut mit zwei Gefühlen auf diese Frau: Da ist einerseits großes Wohlwollen. Merkel ist solide, bescheiden, arbeitsam, verlässlich. Und sympathisch ist sie auch. Sie ist Staats-, nicht Showfrau.

Zugleich aber ist sie stur, fast störrisch, wenn es um das Lernen aus eigenen Fehlern geht. Gestern verteidigte sie erneut ihre „Politik der Strenge“, die im Moment Vorrang haben müsse. „Es geht voran“, sagte sie in Davos. Aber es geht voran in die falsche Richtung. Griechenland steht vor dem finanziellen Kollaps. Die Finanzmärkte sind aufgewühlt wie am Tag nach dem Zusammenbruch des Bankhauses Lehman Brothers am 15. September 2008. Das Vertrauen in die politischen Eliten schwindet.

Davos

Es sind im Kern vier Vorhaltungen, die man der Rettungspolitikerin Merkel machen muss.

Erstens: Merkel erweckt den Eindruck, der deutsche Steuerzahler werde ungeschoren davonkommen. Dabei kann, wer die Ohren spitzt, schon das Summen der Schermaschine hören.

Diese Rasur wird schmerzhaft, aber sie ist notwendig. Das hat die Chefin des IWF, Christine Lagarde, der deutschen Kanzlerin in unzähligen vertraulichen Gesprächen versucht nahezubringen. Ihr Argument ist zwingend: Die Hälfte der griechischen Schulden von mehr als 360 Milliarden Euro steht nicht bei den privaten Banken in den Büchern, sondern beim Staat, insbesondere bei der Europäischen Zentralbank. Wer die Schuldenlast der Griechen erleichtern will – und wir wollen es, weil wir es im eigenen Interesse tun müssen –, kommt an einer Staatsbeteiligung beim Schuldenschnitt nicht vorbei.

147 Kommentare

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  • 02.02.2012, 18:33 UhrAnonymer Benutzer: Otto

    völliger Irrglaube, was da geschrieben wird, man muss erst recht auf den harten Sparweg pochen, ansonsten kommen wir nicht weiter, gerade Griechenland muss stark sparen u. ständig kontrolliert werden.

  • 02.02.2012, 18:33 UhrAnonymer Benutzer: Otto

    völliger Irrglaube, was da geschrieben wird, man muss erst recht auf den harten Sparweg pochen, ansonsten kommen wir nicht weiter, gerade Griechenland muss stark sparen u. ständig kontrolliert werden.

  • 27.01.2012, 12:59 UhrAnonymer Benutzer: atinak

    @ Scherzkeks: Ich glaube nicht an die prinzipielle Böswilligkeit der Medien oder des HB, den Journalisten fehlt lediglich der Einblick in die Realwirtschaft und in die Tücken und Umbrüche der Realität. Die meisten von ihnen haben zudem keinerlei Fachkompetenz, da sie nicht etwa Betriebswirtschaft (Volkswirtschaft wäre ja auch ein Anfang, obwohl auch die meistens praxisfern ist), sondern Sozial-, Geschichts- oder Geisteswissenschaften wie Germanistik studiert haben, und in diesen Bereichen herrscht Wirschaftsferne und Wirtschaftsfeindlichkeit. Wenn nun Ideologie und Praxis aufeinandertreffen und die Praktiker es nicht schaffen, den ideologisch geprägten Journalisten ihre Argumente so aufzubereiten, dass sie sich in leicht verständliche und leicht verdaubare Sätze fassen lassen, ohne Fachfremde zu überfordern, siegt in den Artikeln die Ideologie. Nicht alle dieser Journalisten sind gekauft, die meisten von ihnen haben (zumindest anfangs) durchaus einen aufklärerischen Anspruch. Aber sie begreifen einfach nicht, wovon Unternehmer und Manager reden und dass auf den ersten Blick positiv und logisch erscheinende Maßnahmen, die etwa von den PIIGS sehr geschickt aufbereitet und an die Medien verkauft werden, durch ihre vielfältige Vernetztheit mit anderen Bereichen, Folgewirkungen haben können, die genau das Gegenteil von dem darstellen, was (vorgeblich) erreicht werden soll. Kurz: Ja, es gibt da ein massives Kommunikationsproblem. Aber Probleme sind dazu da, sie zu lösen. Wenn jeder Ingeneur und Techniker seinen Kram gleich hinwerfen würde, weil ein Problem unlösbar scheint, hätten wir keine funktionierende Technologie. Also: Packen wir's an. Kontakt aufnehmen kann man ja mal und dann sehen, wie die reagieren. Mit Zeit ist das ebenso wie mit dem Geld: Auch bei Knappheit - ein bissele was geht immer. :)

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