Dazu hat die in zahllosen Tarifschlachten kampferprobte IG Metall zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf eine tabellenwirksame Erhöhung der Tariflöhne versichtet. Der Tarifabschluss erweitert außerdem die Möglichkeiten der Betriebe, zu vertretbaren Kosten über Kurzarbeit Entlassungen zu vermeiden.
Das sind gute Nachrichten für die 3,4 Millionen Beschäftigten, aber auch für die Börse. Denn mit dem Tarifabschluss wurden auch die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Metall- und Elektroindustrie im sich schon abzeichnenden Aufschwung ihre alte Exportstärke dank überlegener Produkte und konkurrenzfähiger Lohnstückkosten schnell wieder zurückgewinnen kann.
Damit liefern die Tarifparteien der Metallindustrie neuerlich einen Beleg dafür, dass das in der Welt einmalige deutsche Konsensmodell nicht zum alten Eisen gehört. Denn durch den Interessenausgleich auf Branchenebene werden nicht nur die hohen Kosten sonst drohender Konflikte in den Betrieben vermieden. Er sorgt auch dafür, dass einzelne Unternehmen nicht in Versuchung geraten, über Dumpingkonditionen für ihre Beschäftigten Wettbewerbvorteile gegenüber Konkurrenzunternehmen zu erzielen. Auf diese Weise erfüllt das Tarifkartell eine Befriedungsfunktion für die gesamte Gesellschaft.
Es ist deshalb nicht erstaunlich, dass die Arbeitgeber sich seit längerem eine Renaissance der Flächentarifverträge auch in anderen Branchen wünschen. Der dafür zu zahlende Preis einer gewissen Einschränkung des Wettbewerbs durch die Vorgaben der Tarifparteien erscheint ihnen dafür anders als noch in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr zu hoch.
Gut, jetzt muss ich doch öfter mal auf "Dei Zeit" ausweichen.
1 Kommentar
Alle Kommentare lesen