Metallabschluss
Zu viel des Lobes

Mit seinem Lob für den Abschluss in der südwestdeutschen Metall- und Elektroindustrie hat Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement etwas zu dick aufgetragen. Gewiss: ein ruinöser Flächenstreik ist vermieden worden.

Mit seinem Lob für den Abschluss in der südwestdeutschen Metall- und Elektroindustrie hat Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement etwas zu dick aufgetragen. Gewiss: ein ruinöser Flächenstreik ist vermieden worden. Aber ein solcher Streik wäre auch der Gipfel der Unvernunft gewesen, hätte den Aufschwung abgewürgt und das deutsche Tarifsystem in eine schwere Krise gestürzt.

Gewinner diese Abschlusses sind die Arbeitsplatzbesitzer, Verlierer wieder einmal die Arbeitslosen. Denn mit den Einkommenserhöhungen im Volumen von zunächst 2,2 und dann 2,7 Prozent wird alles verfrühstückt, was die Metallindustrie mehr erwirtschaften wird.

Damit aber auch die teilweise weniger produktiven Arbeitslosen eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen, hätte es einen Abschlag von der Zuwachsrate der Arbeitsproduktivität geben müssen. Unter 2 Prozent wäre mehr gewesen. Trotz etwas höherer Arbeitszeitflexibiltät taugt die Einigung im Südwesten nicht als Pilotabschluss für die deutsche Wirtschaft.

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