Metro
Kommentar: Auf Middelhoffs Spuren

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Ausgerechnet Thomas Middelhoff, dem nicht gerade ein herzliches Verhältnis zu Eckhard Cordes nachgesagt wird, dient dem Haniel-Vorstandsvorsitzenden nun offenbar als Vorbild. Schließlich hat der Karstadt-Quelle/Arcandor-Chef in erstaunlicher Weise vorexerziert, wie ein deutscher Einzelhändler deutlich mehr mit dem Handel eigener Konzernteile verdienen kann als mit dem Verkauf von Schlüpfern, Bratpfannen oder Bananen.

Spätestens seitdem Middelhoff die Quelle-Erbin und Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz – zumindest auf dem Papier – immer reicher macht, dürften sich die neidischen Blicke des Haniel-Clans auf die Essener Arcandor-Zentrale richten. Kein Wunder: Zwar wurde auch Haniels Metro-Beteiligung in den vergangenen zwei Jahren an der Börse 50 Prozent wertvoller, die Aktie des Essener Rivalen jedoch verdreifachte ihren Wert in diesem Zeitraum.

Aus Sicht des scheidenden Metro-Vorstandsvorsitzenden Hans-Joachim Körber besonders bitter: Sein Geschick als Einzelhändler honorierten die Wertpapiermärkte offenbar weit weniger als das Investmentgeschick seines Essener Rivalen. Denn die mutige Expansion des Metro-Chefs nach Osteuropa und Asien verhilft dem Düsseldorfer Konzern seit Jahren zu steigenden Gewinnen. International liegt Metro bei der Rendite im oberen Mittelfeld.

Ganz anders der Börsenliebling Karstadt-Quelle/Arcandor: Dessen Warenhäuser schrieben – trotz kleiner Fortschritte – zuletzt bei schwindenden Umsätzen immer noch Verluste, der Versandhandel rutschte seit der Konzernkrise 2004 sogar noch tiefer in die roten Zahlen.

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