MICROSOFT
Auf nach Madison Avenue

Innerhalb nur eines Monats haben alle namhaften Internet-Werbenetzwerke den Besitzer gewechselt.
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Bisheriger Höhepunkt dieses Kaufrauschs war am Freitag die Übernahme von Aquantive für sechs Milliarden Dollar durch Microsoft. Was treibt den Softwarekonzern dazu, so viel Geld für ein Unternehmen auszugeben wie nie zuvor in seiner 32-jährigen Geschichte? Es ist die Hoffnung auf ein großes Stück eines vierzig Milliarden Dollar schweren Internet-Werbekuchens, der in den kommenden Jahren weiter um jeweils 20 Prozent wachsen dürfte.

Und es ist die Erkenntnis, dass Werbung und ihr Vertrieb untrennbar wie nie mit Software verbunden sein werden. Von der Anzeigen-Erstellung über die Darstellung auf den Bildschirmen des Kunden bis hin zur Steuerung der Werbekampagnen – alles wird Software erfordern. Und Anzeigen werden in Zukunft so ziemlich alles finanzieren im Internet, von Shoppingseiten über E-Mail-Portale bis zu Softwareangeboten. Das Internet selber wird sich dabei unaufhaltsam vom PC auf Mobiltelefone und Fernsehgeräte, auf unser ganzes Leben ausbreiten.

In diesem gigantischen Tor zu den Kunden des digitalen Jahrtausends werden die Anzeigen automatisch von Software nach den Vorgaben der Werbetreibenden verteilt. Und wehe dem, der da nicht bei einem der großen drei, Google, Yahoo und bald Microsoft, berücksichtigt wird.

Am wenigsten vorbereitet für diesen dramatischen Wandel sind die großen Agenturen an New Yorks Madison Avenue. Sie waren – ausgenommen der aktuelle Kauf von 24/7 Real Media durch die WPP Group – praktisch an keinem der großen Internetdeals der vergangenen Jahre beteiligt. Sie müssen erst noch durch die Tür, die Google, Yahoo und Microsoft jetzt vor ihrer Nase zugeschlagen haben. Nur wie?

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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