Microsoft
Kommentar: Flotter Dreier

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LOS ANGELES. Überraschende Wendung oder nur der letzte Theaterdonner bevor der Vorhang fällt? Angeblich hat Yahoo jetzt doch in AOL einen Partner gefunden und wird sogar noch Aktien zu einem Preis weit über dem Microsoft-Angebot zurückkaufen. Aber Stopp: rein zufällig wissen Insider auch gleichzeitig, dass Microsofts Position sich bessern wird, weil jetzt die News Corp. (Myspace) zusammen mit der Gates-Company für Yahoo bieten will. Das dürfte ein höheres Angebot für die Yahoo-Aktien nach sich ziehen. Also wieder ein Patt?

Bei Licht betrachtet werden beide Lösungen mehr Fragen auf als das sie Antworten geben. Die Verbindung von AOL mit Yahoo ist bereits lange diskutiert worden. Und niemandem ist klar geworden, wo die Kernprobleme – der Rückstand zu Google - mit diesem Deal gelöst werden. Das hat sich bis jetzt nicht geändert. Neu ist nur das Zuckerli mit dem Aktienrückkauf, das den Kurs anheizen soll.

Als einer der Hauptgründe gegen eine Verschmelzung von Microsoft und Yahoo wurde immer der Zusammenprall der Kulturen ausgemacht. Zwei Firmen, die nicht zusammen passen, werden noch länger als üblich brauchen, um zu einer schlagkräftigen Einheit zu verschmelzen. Es ist nicht zu sehen, wie dieser flotte Dreier das Problem vermindert. Eher das genaue Gegenteil ist der Fall.

Also weiter warten: Nur eines ist völlig klar: Das alte Yahoo wie wir es heute sehen wird es in ein paar Monaten nicht mehr geben. Die Option „alleine weitermachen“ taucht schon gar nicht mehr auf. Am 22. April kommen die Zahlen zum ersten Quartal von Yahoo. Fallen sie schlecht aus, wird Yahoo-Chef Jerry Yang augenblicklich in Verhandlungen mit Microsoft eintreten müssen. Sonst werden ihn die Aktionäre hinwegfegen. Fallen sie gut aus, wird Microsoft nachbessern müssen – Ultimatum hin oder her. Und dann wird sich zeigen, wer wieder mitbieten will.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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