Microsoft
Übers Ziel hinaus

Es gibt für Manager gute und schlechte Wochen; Microsoft-Chef Steve Ballmer bringt gerade zwei der letztgenannten Sorte hinter sich.

Nach der Verschiebung der neuen Windows-Version wegen Qualitätsmängeln droht dem Microsoft-Chef nun auch noch zusätzlicher Ärger mit der EU wegen Windows-Vista, wie der Nachfolger des PC-Betriebssystems Windows XP heißen wird.

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat Bedenken, weil Microsoft Windows Vista mit Anwendungsprogrammen koppelt, die bislang getrennt zu erhalten sind. Bereits vor zwei Jahren hatte sich die Kommission daran gestört, dass in Windows das Anwendungsprogramm Mediaplayer vorinstalliert ist, mit dem Musik und Videodateien abgespielt werden können.

Wegen der dominierenden Marktstellung von Windows könne Microsoft sein Quasi-Monopol auf weitere Anwendungen ausdehnen, lautete der Vorwurf, und Microsoft musste in Europa eine Windows-Version ohne Mediaplayer auf den Markt bringen.

Doch mit solchen Eingriffen in die Produktgestaltung schießt die EU über das Ziel hinaus. So laufen in den USA mehr als 95 Prozent aller PCs unter Windows mit vorinstalliertem Mediaplayer, doch für das Abspielen von Musik auf dem PC nutzen wesentlich mehr Anwender die iPod-Software iTunes von Apple als den Microsoft-Mediaplayer.

Marktführer bei der Internetsuche wie Google bedürfen genauso wenig der schützenden Hand der Wettbewerbshüter in Brüssel wie der Grafik- und Dokumentenspezialist Adobe. Sie alle haben eines gemeinsam: Ihre Produkte sind auf ihrem Gebiet der Microsoft-Software überlegen, und deshalb sind sie am Markt erfolgreich. Solange das so bleibt, haben sie nichts zu befürchten. Sollte sich das ändern, hilft auch die Protektion durch Behörden nichts.

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