Microsoft
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Der weltgrößte Softwarekonzern Microsoft läuft derzeit einfach nicht rund. Ausgerechnet die wichtigste Produkteinführung des Jahres, das neue Windows-Betriebssystem „Vista“, muss der Marktführer aus Redmond auf Grund von Qualitätsproblemen verschieben. Dabei ist es keineswegs das erste Mal, dass Microsoft die nächste Windows-Generation verschiebt. Im Fall von Vista macht sich Microsoft jedoch allmählich unglaubwürdig.

Ursprünglich hätte Vista bereits Ende 2005 auf den Markt kommen sollen. Doch dann ruderte der Konzern zurück. Aus 2005 wurde 2006, und das auch nur unter der Einschränkung, dass eine ursprünglich geplante neue Technologie für die Datenverwaltung gestrichen wurde. Die Umsetzung schien in der gegebenen Zeit zu kompliziert.

Und genau darin liegt das Problem, mit dem sich Microsoft bei Windows herumschlagen muss. Das Betriebssystem Windows, das Hunderte Millionen von PCs steuert, ist zu einem komplexen Koloss geworden.

Das liegt unter anderem daran, dass die Nutzer ihre PCs für immer mehr Dinge wie Musik, Fernsehen und Telefonieren benutzen wollen. Doch diese Aufgaben sind für die Softwareingenieure alles andere als trivial. Das führt dazu, dass es für die Nutzer zwar immer einfacher wird, auf ihrem PC Daten zu suchen, MP3-Spieler oder Digitalkameras anzuschließen oder im Café drahtlos im Internet zu surfen. Unter der Oberfläche wird Windows jedoch immer komplizierter.

Die steigende Komplexität ist ein technisches Problem, das lösbar ist. Spätestens dann, wenn Microsoft in ein paar Jahren Windows mit einer neuen Softwarearchitektur von Grund auf neu gebaut haben sollte. Nicht neu bauen kann sich Microsoft allerdings das ebenfalls immer komplizierter werdende Umfeld, in dem der Konzern seine Geschäfte tätigt. Die Zeiten, in denen Microsoft im Tandem mit dem Chiphersteller Intel den Takt der Industrie bestimmt hat, sind vorbei. Denn niemand kauft heute einen neuen PC allein deshalb, weil er schneller wäre als der alte.

Dazu kommen die nicht weniger komplexen juristischen Probleme beispielsweise mit der Europäischen Union, mit der sich Microsoft auf einen jahrelangen Kleinkrieg um die Offenlegung von Schnittstellen seiner Software für Wettbewerber eingelassen hat.

Eine nicht minder komplizierte Baustelle ist der Markt für Unternehmenssoftware, in dem sich Microsoft nicht weniger als vier unterschiedliche Anbieter einverleibt hat, es aber versäumt, daraus wie mehrmals angekündigt ein einheitliches Produkt zu machen. Immer wieder wurden Zeitpläne des so genannten Project Green gestreckt. Der Grund: Eine gemeinsame Codebasis ist kompliziert zu realisieren.

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