Mindestlohn
Post für den Bund

Der von der Deutschen Post dominierte Arbeitgeberverband AGV Postdienste und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Mindestlohn für die Postbranche verständigt.
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Doch die Deutsche Post knirscht mit den Zähnen. „Wir hätten uns eine stärkere Annäherung an unser Lohnniveau gewünscht“, meinte ein Post-Sprecher. Nur Show, und hinter den Kulissen reibt man sich die Hände?

Tatsächlich liegt der Mindestlohn für Briefzusteller mit neun im Osten und 9,80 Euro im Westen deutlich unter den Löhnen des Ex-Monopolisten. Post-Chef Klaus Zumwinkel hatte zuvor zehn bis elf Euro gefordert. Die Deutsche Post zahlt altgedienten Zustellern und Beamten, immerhin 80 Prozent der Belegschaft, 16,63 Euro die Stunde. Nur für neue Postboten gelten mit 11,43 Euro niedrigere Löhne. Damit hat die Post immer noch die höchsten Personalkosten der Branche.

Die Konkurrenten müssen dagegen künftig wohl höhere Löhne zahlen, zumal die regionalen Postdienste im Osten. Allerdings fehlen noch verlässliche Daten: Die Bundesnetzagentur hat ihre Erkenntnisse über die Löhne im Briefmarkt noch nicht vorgelegt. Die durchschnittlichen Löhne bei den großen Postkonkurrenten TNT Post und Pin Group liegen etwa einen Euro unter dem Mindestlohn. Sie verhandeln, wie Pin, mit Verdi über einen Haustarif.

Nun müsste die Bundesregierung den Mindestlohn erst einmal für allgemein verbindlich erklären. Sie kann es kaum zulassen, dass dadurch der Wettbewerb im Briefmarkt sozusagen im Keim erstickt wird. Denn der Preiswettbewerb funktioniert bisher nur über den Lohnkostenvorteil. Wahrscheinlich ist ein Kompromiss: Mindestlohn ja, aber dafür wird zum Ausgleich die Umsatzsteuerbefreiung der Post ersatzlos gestrichen. Dann hätte auch noch der Bundesfinanzminister seine Freude daran.

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