Mittelstandsbank
Kommentar: Hiobsbotschaft für den IKB-Verkauf

Dass die verspätet verkündeten Halbjahreszahlen der Mittelstandsbank IKB nicht rosig aussehen würden, war jedem klar. Doch mehr noch als die Milliardenbelastungen aus dem Verbriefungsgeschäft, fallen die so nicht zu erwartenden Probleme im Kerngeschäft ins Auge – und sind eine Hiobsbotschaft für den angestrebten Verkauf der Bank.
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Dass die verspätet verkündeten Halbjahreszahlen der Mittelstandsbank IKB nicht rosig aussehen würden, war jedem nach den milliardenschweren Rettungsaktionen im vergangenen Jahr klar. Doch mehr noch als die Milliardenbelastungen aus dem Verbriefungsgeschäft, mit dem sich die IKB verhoben hatte, fallen bei den Ergebnissen für die Zeit von April bis Ende September 2007 die so nicht zu erwartenden Probleme im Kerngeschäft ins Auge – und diese sind eine Hiobsbotschaft für den angestrebten Verkauf der Bank.

Die Zahlen zeigen, dass das Kerngeschäft mitnichten so gesund ist wie bisher dargestellt. Im wichtigsten Segment Firmenkunden macht die IKB Verluste. Das liegt zum einen an einer gestiegenen Risikovorsorge, zum anderen an Problemen beim Geschäft als Finanzinvestor - wo die Bank also mit Eigenkapital bei Mittelständlern einsteigt. Im Segment Immobilienkunden ist der operative Gewinn auf ein Viertel geschrumpft. Und im dritten Geschäftsfeld strukturierte Finanzierung macht die Bank ebenfalls Verluste.

Auch wenn die IKB von einem „planmäßig“ verlaufenden Verkaufsprozess und „substanziellem Interesse“ der Bieter spricht, dürften dies für die Interessenten Argumente sein, den Kaufpreis zu drücken, den die staatseigene Förderbank KfW für ihren Anteil von derzeit gut 45 Prozent bekommen würde. Langjährige Kundenbeziehungen und eine starke Marktposition im Mittelstand hat die IKB noch immer. Doch ein Verluste machendes Kerngeschäft ist kein gutes Verkaufsargument.

Nicole Bastian
Nicole Bastian
Handelsblatt / Ressortleiterin Ausland

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