Mobilfunk
Alarmstimmung

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Die Hütte brennt. Bei Ericsson, dem weltgrößten Hersteller von Mobilfunknetzen, der binnen fünf Wochen wegen Gewinn- und Umsatzwarnungen seinen Börsenwert nahezu halbierte, aber auch bei den übrigen Herstellern von Mobilfunknetzen. Zwar macht Nokia Siemens Networks (NSN) nach einer neuen Studie im asiatisch-pazifischen Raum Marktanteile auf Kosten von Ericsson gut, doch der Preis dafür ist hoch.

Die Branche leidet nämlich nicht nur unter einer gebremsten Investitionsbereitschaft seitens der Telekom-Konzerne, sondern auch unter dem enormen Konkurrenzdruck. Die relativ neuen Mitstreiter aus China, Huawei und ZTE, setzen den etablierten Netzherstellern wie Ericsson, NSN, Alcatel Lucent und Nortel mächtig zu. Nur mit Preisnachlässen bei Aufträgen für den Bau von neuen Mobilfunknetzen bleiben die bisherigen Platzhirsche im Geschäft. Gleichzeitig sind die lukrativen Aufträge zur Modernisierung bestehender Netze bislang weitestgehend ausgeblieben: Die Telekom-Konzerne scheuen sich vor den hohen Kosten, und die Kunden haben bislang offenbar noch nicht laut über Engpässe in den Netzen geklagt.

Wenn die Prognosen zutreffen und die Nutzung von Internet und Fernsehen über das Handy dramatisch zunehmen wird, müssen die Telekom-Gesellschaften ihre Netzkapazitäten aber bald deutlich erweitern. Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg rechnet in der zweiten Jahreshälfte 2008 mit einer Erholung des Marktes. Ob er damit erneut schiefliegt, wird sich erst zeigen. Sicher ist aber, dass der Branche noch eine düstere Durststrecke bevorsteht. Deshalb spricht auch das finnisch-deutsche Gemeinschaftsunternehmen NSN von „einem harten Markt“.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

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