Motorola
Wie bei Siemens

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Motorola wird dieses Jahr 80, doch feiern wird beim amerikanischen Technologiekonzern wohl kaum jemand. Denn ausgerechnet zu dem runden Jubiläum wird das Traditionsunternehmen zerschlagen. Übrig bleiben zwei ungleiche Teile: die verlustreiche Handyproduktion und das profitable Geschäft mit TV-Empfängern, Kommunikationsnetzen und Barcode-Scannern.

Mit der Aufspaltung hat sich der neue Motorola-Chef Greg Brown dem Druck der Investoren gebeugt. Vor allem Großaktionär Carl Icahn hat die Zerschlagung in den vergangenen Monaten lautstark gefordert. Aus Sicht der Anleger ist der Schritt tatsächlich zu begrüßen, denn ohne das verlustreiche Handygeschäft dürfte Motorola an der Börse deutlich an Wert gewinnen.

Für die Mobilfunksparte selbst sieht die Sache hingegen ganz anders aus. Denn die Probleme des Bereichs werden durch die Abspaltung nicht gelöst. Im Gegenteil, vermutlich wird es für das Geschäft ohne einen finanzkräftigen Eigentümer künftig noch viel schwerer, mit den Branchengrößen Nokia und Samsung mitzuhalten.

Dass eine Trennung von einem großen Konzern der Anfang vom Ende sein kann, das mussten schon die Mitarbeiter der ehemaligen Handysparte von Siemens erfahren. Ein Jahr nachdem Siemens den Bereich an den Taiwaner Elektronikhersteller BenQ verschenkt hatte, ging das Geschäft pleite, die Leute standen auf der Straße.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es der Handyproduktion von Motorola genauso ergehen wird. Denn noch hat der Bereich keinen Weg gefunden, um den Abwärtstrend zu stoppen. Während Motorola sich auflöst, baut Weltmarktführer Nokia sein Geschäft durch Übernahmen und neue Dienstleistungen kräftig aus. Für das Mobilfunkgeschäft von Motorola sind dies keine guten Perspektiven.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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