Münchener Rück
Profit plus Kultur

Man muss auch gönnen können. Die Münchener Rück hat ein goldenes Jahr hinter sich. Und sie hat es sich verdient. Denn es ist nicht nur die nackte Summe von unter dem Strich 3,5 Milliarden Euro, die sich sehen lassen kann. Es beeindruckt vor allem die Art, mit der die Münchener dieses Ergebnis erreicht haben, mag der neue Rekord auch die Folge einer von Hurrikans und Tornados fast freien Sturmsaison gewesen sein. Denn der Rückversicherer ist sich treu geblieben. Den Forderungen der Kapitalmärkte Paroli bietend, hat er in einer immer schneller getakteten Ökonomie sein Unternehmensziel nicht aus dem Blick verloren: Nachhaltigkeit. Da dies immer schon Zweck der Veranstaltung Rückversicherung überhaupt war, leisten die Münchener auch einen Beitrag zur Unternehmenskultur.

Für seine Verhältnisse geradezu vehement weist Konzernchef Nikolaus von Bomhard deshalb Forderungen zurück, die immer wieder gestellt werden: Der Verkauf der Erstversicherungstochter Ergo ist für ihn tabu. Bomhard ist überzeugt, dass auch andere Rückversicherer die Chancen der Kombination entdecken. Denn Erstversicherung und Rückversicherung wachsen weltweit zusammen. Auf vielen Feldern, vom Risk- bis zum Asset-Management, ergeben sich Synergien. Und diese wirken in der Regel ebenfalls nachhaltig. So will die Münchener Rück auch in der Zukunft nicht mit spektakulärem, sondern mit stetigem Wachstum aufwarten. Davon müssen nur noch die Investoren überzeugt werden. Das dürfte derzeit der wohl schwerste Teil der Übung sein. Denn die Aktie stolpert vor sich hin. Doch gibt es auch Grund zur Hoffnung: So international wie heute war die Eigentümerstruktur noch nie. Deutschlands großer Rückversicherer ist im Kreis der Weltkonzerne angekommen.

Quelle: Pablo Castagnola
Christoph Hardt
Handelsblatt / Ressortleiter
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