Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon
Dämpfer für Bayer

Der Versuch des Bayer-Konzerns, das Marktpotenzial für sein wichtigstes Pharmamedikament, das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon, auszuweiten, hat einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Eine Studie mit einer Hochdosis-Version von Betaferon zeigte nach Angaben des Leverkusener Unternehmens keine Vorteile gegenüber der Standardversion und dem Konkurrenzprodukt Copaxone.
  • 0

Der Versuch des Bayer-Konzerns, das Marktpotenzial für sein wichtigstes Pharmamedikament, das Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon, auszuweiten, hat einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Eine Studie mit einer Hochdosis-Version von Betaferon zeigte nach Angaben des Leverkusener Unternehmens keine Vorteile gegenüber der Standardversion und dem Konkurrenzprodukt Copaxone.

Damit entfällt aus Sicht von Fachleuten ein wichtiger Ansatzpunkt für Bayer um den Wirkstoff gegenüber Konkurrenzprodukten zu differenzieren. Der Leverkusener Konzern selbst muss dem Fehlschlag mit einer Abschreibung von 152 Mill. Euro Rechnung tragen, da man bei der Übernahme von Schering in entsprechender Höhe als immateriellen Vermögensgegenstand bilanziert hat.

Ein positiver Ausgang der Studie hätte nach Einschätzung der WestLB dem Wirkstoff ein zusätzliche Umsatzpotenzial von mehr als 500 Mill. Euro bringen können. Statt dessen muss der Konzern nun womöglich damit rechnen, verstärkt unter Konkurrenzdruck zu geraten.

Auf dem Sieben-Milliarden-Dollar-Markt für MS-Medikamente gegen derzeit neben Bayer die Darmstädter Merck Gruppe sowie Biogen-Idec sowie Sanofi und Teva den Ton an. Allerdings dürften in den nächsten Jahren weitere Produkte auf den Markt drängen, darunter auch eine Betaferon-Kopie von Novartis.

Außerdem dürfte die Neuentwicklung Tysabri von Biogen und Elan nach Einschätzung von Fachleuten Marktanteile gewinnen.

Kommentare zu " Multiple-Sklerose-Mittel Betaferon: Dämpfer für Bayer"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%