Munich Re: Buffetts gute Nase

Munich Re
Buffetts gute Nase

Die Investmentlegende Warren Buffett hat den richtigen Riecher gehabt. Rechtzeitig hat er sich mit Aktien der Munich Re eingedeckt. Wie gut er investiert hat, zeigen die aktuellen Zahlen.
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Die Investmentlegende Warren Buffett hat den richtigen Riecher gehabt. Rechtzeitig hat er sich mit Aktien der Munich Re eingedeckt. Inzwischen besitzt er gut 3,2 Prozent und hat die Möglichkeit, diese Beteiligung über Optionen auf mehr als fünf Prozent aufzustocken. Damit würde er der größte Aktionär des Münchner Konzern.

Wie gut er investiert hat, zeigen die aktuellen Zahlen: Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re entwickelt sich besser, als dies die meisten Analysten erwartet haben. Einen Konzerngewinn von mehr als 2,5 Mrd. Euro hatte kaum einer auf der Rechnung - genauso wenig wie eine leichte Erhöhung der Dividende. Das ist schon deshalb überraschend, weil Munich Re in den vergangenen Monaten auch schon kräftig eigene Aktien zurückgekauft hat.

Bis zur Hauptversammlung im April sollen es eine Mrd. Euro sein. Entscheidend für Buffett dürfte aber das Geschäftsverhalten der Münchner im Geschäft mit den Erstversicherern sein. Dabei geht es vor allem um die großen Risiken, aus Naturkatastrophen oder Erdbeben etwa. Dieses Geschäft kann Buffett bestens beurteilen, weil er selbst ein Spezialist für Rückversicherung ist und bevorzugt die ganz großen Risiken übernimmt - über seine Rückversicherer General Re und Berkshire Hathaway Re.

Dabei hat er früh erkannt: Das Management von Munich Re lässt sich durch den aktuellen Preisrückgang in der Rückversicherung nicht irritieren und zieht im Zweifel lieber zurück als weniger profitabel zu zeichnen. Genau das haben die Münchner nun auch bei der Bekanntgabe ihrer Jahreszahlen bestätigt. Es bedeutet: Dem Rückversicherer geht Profitabilität vor Marktanteil. Das sollte die Aktie genauso stützen wie die Dividendenerhöhung und der Aktienrückkauf.

Dennoch: So gut wie 2009 dürfte 2010 nicht werden. Das haben die Münchner selbst angedeutet. Denn ein wichtiger Baustein für den Erfolg dieses Jahres war die Kapitalanlagen. Im Schnitt erzielte Munich Re 4,3 Prozent Rendite auf seine Investments. In diesem Jahr geht man aber nur noch von weniger als vier Prozent aus. Der Grund: Die niedrigen Wiederanlagezinsen von durchschnittlich nur gut drei Prozent. Das kann durch alternative Investments nicht wettgemacht werden.

Wenig Freude macht zudem nach wie vor das Erstversicherungsgeschäft, das in der Tochter Ergo gebündelt ist. Immerhin stehen nun wieder 380 Mio. Euro Gewinn unter dem Strich. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Wende ist geschafft, doch von den großen Wachstums- und Ertragszielen, die mal verkündet wurden, ist das Management nach wie vor weit entfernt.

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