Nachgefragt: Franz Josef Pfreundt
„Ein World Wide Grid“

Im Interview erläuterte Franz Josef Pfreundt, der Grid-Experte am Fraunhofer für Techno- und Wirtschaftsmathematik, -Institut warum Grids noch keine Anwendung im kommerziellen Bereich finden konnten. Er prognostizierte aber auch eine Ausräumung der Probleme innerhalb der nächsten drei Jahre.

Für welche Anwender sind die so genannten Grids, bei denen ungenutzte Rechenressourcen zusammengeschaltet werden, heute besonders interessant?

Die treibenden Kräfte beim Aufbau eines Grids sind weiterhin die Wissenschaftler, die mit den heute existenten Rechnerstrukturen ihre Aufgaben nicht lösen können. Vor allem Physiker in den Großforschungseinrichtungen und Forscher der Life Science Community betreiben extrem viele Datenbanken und müssen zahllose Einzeljobs abarbeiten. Der besondere Reiz für die Industrie besteht darin, dass so das Outsourcen von Rechnerleistung einfacher wird. Entsprechend aktiv sind die kommerziellen Protagonisten wie IBM bei dem Thema.

Das Grid-Prinzip ist ja schon länger bekannt. Welche Fortschritte hat die Technologie in den vergangenen Jahren gemacht?

Mittlerweile ist die Grid-Welt serviceorientiert, also immer einfacher zu nutzen. Je stärker die Technologie von der Industrie in Besitz genommen wird, umso mehr spielen nicht technologisch motivierte Aspekte wie zum Beispiel die Normierung von Standards eine Rolle. Auf der im März in Berlin stattfindenden so genannten GGF10-Konkurrenz wird es beispielsweise um die Konkurrenz von Gridservices und Webservices gehen. Und um die Frage, wie man diese zusammenbringt.

Die Forschungs-Grids funktionieren gut, aber für kommerzielle Anwendungen in Unternehmen sind sie in der Regel nicht geeignet. Woran hapert es?

Der Betrieb von Grids ist heute noch recht aufwendig. Da Forscher eher bereit sind, diesen Aufwand zu treiben, sind die meisten Grids auch in der Forschung in Betrieb. Die Technologieentwicklung steht noch am Anfang, auch wenn zur Zeit viel Marketinggeschrei ertönt. In der Industrie spielen vor allem Sicherheitsfragen ein Rolle. Ein weiteres Problem ist das so genannte Ressource Brokerage: Die Frage also, wie die Rechner den Programmen automatisch zugeordnet werden können - unter Berücksichtigung von finanziellen Aspekten und Performancegesichtspunkten. Die Bandbreite ist dagegen keine wesentliche Hürde. Kabel liegen genug in der Erde. Mit den Anforderungen wird auch die Bandbreite weiterentwickelt werden.

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