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ARD in der Abseitsfalle

Auf Hans Mahr, den künftigen Sport-Vorstand beim Bezahlsender Premiere, warten harte Verhandlungen. Den Bieterwettbewerb um die Fußball-Bundesliga hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit einem Paukenschlag begonnen.

Allein für die Pay-TV-Rechte fordert der frisch gebackene DFL-Chef Christian Seifert bis zu einer Mrd. Euro pro Jahr. Eine sagenhafte Summe. Bisher erhalten die Clubs gerade mal 300 Mill. Euro für sämtliche TV-Rechte, darunter sind 180 Mill. Euro von Premiere.

Wenn Mahr im September seinen neuen Job antritt, muss er beweisen, dass er sein Geld wert ist. Die Spendierhosen für die Bundesliga-Vereine wird sich der clevere Österreicher bestimmt nicht anziehen. Premiere steht unter großem Druck. Die Zahl der Abonnenten stagniert bei rund 3,3 Mill. Euro. Vorstandschef Georg Kofler und sein Mitarbeiter Mahr sind derzeit dringend darauf angewiesen, den Premiere-Kunden mehr Exklusivität zu bieten. Die Schlüsselrolle spielt dabei der Fußball.

Der geschickte Taktiker Seifert, früher Fernseh- und Internetchef bei Karstadt, kennt die Nöte seiner Geschäftspartner und bietet Premiere daher ungeahnte Exklusivität an. In der Praxis würde das bedeuten: Die Bundesliga-Spiele am Samstag würden erst nach 22 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sind. Premiere wäre der große Gewinner. Und die ARD? Das Erste wäre endgültig in der Abseitsfalle.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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