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Chancenloser Aufholversuch

Im ersten Quartal 2005 ist die Zahl der Mobilfunkkunden in Deutschland nur noch um 1,1 Millionen oder 1,5 Prozent gestiegen. Von diesen Neukunden gewann E-Plus knapp 13 Prozent, der bislang kleinste Anbieter O2 aber 53 Prozent.

Ein Grund für die Erfolge von O2 ist, dass die Münchner seit Oktober 2004 den Kaffeeverkäufer Tchibo als Vertriebskanal nutzen. Jetzt versucht E-Plus nachzuziehen: Mit der Gründung des Discount-Anbieters Simyo bemüht sich die Nummer drei des Marktes, Kunden über unkonventionelle Vertriebswege zu gewinnen - die E-Plus-Tochter soll Guthabenkarten an Schnäppchenjäger verkaufen.

Im Vergleich zur O2-Tchibo-Allianz wirkt der E-Plus-Schritt allerdings eher wie eine Verzweiflungstat. Die Marke Simyo ist neu, E-Plus muss den Markt erst aufwendig mit ihr vertraut machen - O2 hat einen Partner mit einer etablierten Marke, der zudem über eine Vielzahl von realen Verkaufspunkten verfügt. Simyo soll nur auf das Internet als Kontaktmedium setzen. Damit erreicht E-Plus aber gerade nicht die Kunden, die heute noch "mobilfunklos" sind. Zur Verbesserung der schlechten Startposition bietet der neue Discounter einen Minutenpreis von 19 Cent, was deutlich billiger ist als die der Konkurrenz. Die Wettbewerber können und werden diesen Preisvorteil rasch ausgleichen.

Simyo hat also keine Stärken, aber viele Schwächen. E-Plus muss deshalb schleunigst potente branchenfremde Vertriebspartner gewinnen, wenn die Düsseldorfer nicht O2 dauerhaft in der Position des kleinsten Mobilfunkers ablösen wollen.

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