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CNN steht im Abseits

CNN feiert Geburtstag: Der Nachrichtenkanal, eine Tochter des weltgrößten Medienkonzerns Time Warner, wird 25 Jahre alt. Doch richtige Geburtstagsfreude will nicht aufkommen. Denn der amerikanische Sender ist auf vielen Märkten längst nicht mehr die Nummer eins.

In Deutschland spielt CNN nur noch eine bescheidene Nebenrolle. In dem hart umkämpften Nachrichtenbusiness haben die Informationssender N 24, N-TV und der öffentlich-rechtliche Kanal Phoenix der Konkurrenz aus Atlanta längst den Rang abgelaufen. Wer die europäische Sicht der Dinge schätzt, schaltet gerne Euronews oder BBC ein. Börsenfreaks sehen sowieso am liebsten Bloomberg News.

Mit der Übernahme der US-Perspektive in der Berichterstattung läuft CNN in Europa ins Abseits. Hinzu kommt, dass der Europa-Ableger nur noch über ein dünnes Korrespondentennetz auf dem Alten Kontinent verfügt. Längst hat CNN auch sein deutschsprachiges Programmfenster eingestellt.

Selbst in den USA besitzt CNN schon lange nicht mehr der Marktführerschaft. Dort gibt Fox News, im Besitz des Medien-Tycoons Rupert Murdoch, den Ton an. CNN muss sein Programm also dringend neu ausrichten. Denn Bilder von Kriegen und Katastrophen allein senden auch andere. Der Tsunami war dafür ein Musterbeispiel.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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