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Die digitale Öllampe

Die gefühlt Höhe der Mobilfunkrechnug war immer schon zu hoch. Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Auch ganz real zahlen wir zu viel. Zumindest verglichen mit unseren Nachbarn.

Ein deutscher Vieltelefonierer liefert nach aktuellen Erhebungen des Bundeswirtschaftsministeriums durchschnittlich 69,42 Euro im Monat bei Vodafone, T-Mobile und Co. ab. Das liegt deutlich über dem Schnitt in Euroland und über Ländern wie Großbritannien mit 51,77 Euro.

Daran sind wir zum Teil aber selbst schuld. Günstige Angebote werden zu selten genutzt, der Deutsche wechselt weder Bankkonto noch Mobilfunkvertrag. Und alle zwei Jahre soll es ein neues Handy sein- natürlich für einen Euro. Dieses vermeintliche Geschenk bezahlt der Handykunde letztlich doch über Minutenpreise und Vertragsbindungen. Das Erfolgsprinzip der Mobilfunkbetreiber ist nicht neu: In China haben die Ölkonzerne früher die Lampen verschenkt, um hinterher am Verkauf des Öls zu verdienen. Bei Druckern ist es immer noch so: Druckertinte in Kartuschen ist die teuerste Flüssigkeit der Welt - nicht etwa Blut, Wasser oder Chanel No. 5. Den Drucker gibt es fast umsonst.

Die Trennung von Telefonkauf und Mobilfunkvertrag wäre der erste Schritt zur persönlichen Kostenkontrolle. Auf lange Sicht werden dann nämlich beide Preise fallen - die der Telefone und die der Mobilfunkverträge. Der Wettbewerb wird es regeln.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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