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Die Macht des Geldes

Das Internet sollte die Politik revolutionieren. Globale Informationsströme, so hoffte man noch vor fünf Jahren, würden jedem zugänglich. Die Macht der aufgeklärten Bürger würde Diktaturen erschüttern und Minderheiten gegen die dominante Masse bestehen lassen.

Der Traum ist ausgeträumt. Das zeigt sich vor allem bei der Expansion amerikanischer Internet-Firmen nach China.

So wird das Portal Yahoo von der Organisation Reporter ohne Grenzen beschuldigt, Informationen geliefert zu haben, die zur Verhaftung eines missliebigen Journalisten führten. Die Microsoft-Tochter MSN verbannt die Worte Freiheit und Demokratie von Teilen ihrer chinesischen Webseite. Und Google schließt bei Suchanfragen Webseiten aus, die von der chinesischen Regierung gesperrt wurden. Der Nutzer habe schließlich keinen Zugriff auf die Seiten, verteidigen sich die Kalifornier lahm. Man müsse sich wie alle anderen Firmen an die lokalen Gegebenheiten anpassen, heißt es bei Yahoo.

Stimmt. Nur dass die meisten Maschinenbauer oder Konsumgüterhersteller, die nun in China das große Geld machen wollen, bei ihrer Gründung niemals den Anspruch hatten, für eine bessere Welt zu sorgen. Internet-Unternehmen wie Yahoo und Google aber schon. Vor allem bei der Suchmaschine Google gehört der Anspruch, globale Informationen zu sortieren und allen zugänglich zu machen, noch heute zur Marketing-Botschaft. Wenn handfeste Geschäftsinteressen im Spiel sind, bleibt es aber offenbar bei der Botschaft.

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