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Eine falsche Annahme

Per Erlass hat die Finanzverwaltung Bremen die Abschreibungsfrist für Systemsoftware auf zehn Jahre festgelegt; bislang war sie Verhandlungssache zwischen Unternehmen und zuständigem Finanzamt. Zunächst gibt es die neue Regelung nur in Bremen, Wirtschaftsexperten sehen aber Anzeichen dafür, dass andere Länder nachziehen.

Für die Unternehmen bedeutet dies den Abschied von einer zeitnahen, steuerlichen Anrechnung ihrer Technik-Ausgaben als Betriebskosten. Das dürfte dazu führen, dass sie sich künftig zweimal überlegen, ob sie in neue Informationstechnik investieren: Gerade kleinere Firmen, die über wenig liquide Mittel verfügen, werden bei IT-Anschaffungen mit unangemessen langer Zehn-Jahres-Abschreibung zögern. Damit fallen sie aber bei der Wettbewerbsfähigkeit zurück.

Grundsätzlich falsch ist aber auch die Annahme, dass Software durchschnittlich zehn Jahre genutzt wird. Die IT-Branche ist da ganz anders getaktet: Die Entwicklungszyklen für Software sind kurz, Anbieter fusionieren und verschwinden vom Markt. Das macht häufig Neuanschaffungen nötig. Aber auch die Geschäftsabläufe in den Unternehmen ändern sich heutzutage öfter als alle zehn Jahre - und mit ihnen die zugehörige betriebswirtschaftliche Software.

Es gibt also Änderungsbedarf - aber bei der Finanzverwaltung.

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