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Endlich kein Durst mehr

Hunger, Durst und wenig zu lesen – das sind bislang die vorherrschenden Gefühle von Swiss-Reisenden gewesen, die in Europa unterwegs waren. Nichts bekamen wir vom noch immer nicht ganz verblichenen Glanz der ehemaligen Luxus-Airline mit. Alles kostete Aufpreis.

Hunger, Durst und wenig zu lesen - das sind bislang die vorherrschenden Gefühle von Swiss-Reisenden gewesen, die in Europa unterwegs waren. Nichts bekamen wir vom noch immer nicht ganz verblichenen Glanz der ehemaligen Luxus-Airline mit. Alles kostete Aufpreis. Das Bordmagazin - der einzige Lesestoff - verriet zwar, dass die Swiss erst jüngst einen begehrten Preis für Qualität abräumte. Dass die Jury offenbar nicht in Europa und nicht Economy flog oder einfach pappsatt ins Flugzeug gestiegen sein musste, stand da aber mit keiner Zeile. Die bündige und in der Schweiz gängige Zustandsbeschreibung für Swiss-Reisende lautete: "Vorne Champagner, hinten Durst."

Damit ist nun Schluss. Vier Wochen nach der Bekanntgabe des Einstiegs von Lufthansa startet Swiss-Chef Christoph Franz eine Produktoffensive, zu der auch kostenloses Essen und Trinken an Bord gehört. Dass der neue Partner Lufthansa dahinter steckt, der den Absturz der Swiss zur Ramschmarke nicht länger mitansehen konnte, verneint die Swiss. Vielmehr steckt Nestlé dahinter. "Beide Unternehmen stehen für Schweizer Qualität", heißt es in einer Mitteilung der Swiss. Sie unterschlägt elegant und nebenbei, dass nur eines dieser beiden Unternehmen vom Verkauf seiner Qualitätsprodukte leben konnte. Und dass war nicht die Swiss.

Ganz vorbei ist es mit der Spartanität im Swiss-Flugzeug allerdings noch nicht. Zu lesen gibt?s nämlich weiter nichts. "Klar", werden Sie jetzt sagen, "ich kann mir ja vorher am Flughafen das Handelsblatt kaufen." Über ein entsprechendes Angebot in der Maschine würden wir uns aber noch mehr freuen. Oder?

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur
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