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Erster Schritt für Siemens

Anfang Oktober gliedert Siemens das Geschäft mit Schnurlos-Telefonen und Nebenstellenanlagen in eine rechtlich eigenständige Gesellschaft aus. Aus dem Konzern ist zu vernehmen, dass diese Reorganisation kein Indiz für eine Verkaufsabsicht sei.

Im Gegenteil, so der offizielle Tenor, die neue Tochter soll sich auch verstärkt im Bereich der Unterhaltungselektronik insbesondere engagieren. Ähnliche Beruhigungstöne konnte man im vergangenen Jahr hören, als es um das Schicksal der Siemens-Handy-sparte ging. Sie wurde zwischenzeitlich an das taiwanische Unternehmen BenQ verschenkt.

Auch der neuen Tochter stehen schwere Zeiten bevor. Ihre Schnurlos-Telefone werden zunehmend durch mobile Endgeräte ersetzt, die zu Hause mit einem Fest- und unterwegs mit einem Mobilfunknetz kommunizieren. Die Mobilfunkkomponente kann Siemens nun nicht mehr selbst beisteuern. Herkömmliche Telefonanlagen des Konzerns werden weniger Abnehmer finden, da an ihre Stelle Software auf Anwendungsservern tritt. Im internationalen Wettbewerb ist die neue Gesellschaft mit einer Milliarde Euro Umsatz zu klein.

Dem Siemens-Topmanagement sind diese Perspektiven bekannt. Es kann sich nur deshalb nicht offen zu einer Ausstiegs-strategie bekennen, weil sonst der mögliche Verkaufspreis sinkt. Die strategische Logik spricht jedoch zwingend dafür, dass Siemens die Tochter, solange sie noch profitabel ist, an einen (asiatischen) Wettbewerber veräußern wird.

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