Navigator
Fusionsfluch und -segen

Vor kurzem übernahm die Texas Pacific Group (TPC) von France Telecom 27,3 Prozent der Mobilcom-Aktien. Es wird kolportiert, dass TPC nun die Verschmelzung des Service Providers mit dem DSL-Reseller und Verbindungsanbieter Freenet vorantreiben will.

An ihm hält Mobilcom bereits etwas mehr als 50 Prozent. Zur Begründung der Fusionspläne verweist man, neben Steuervorteilen, auf die Chancen von gebündelten Mobilfunk- und Festnetzzugangsangeboten.

Dieses Argument überzeugt nicht. Freenet hat durch eine Vereinbarung mit E-Plus bereits vor einigen Wochen gezeigt, dass solche Kombiprodukte auch ohne Kapitalverflechtungen machbar sind. Anspruchsvolle Integrationsangebote, die Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse mit einer Rufnummer, einem Endgerät, automatischem Wechsel zwischen zwei Netzen, einer Mailbox und einer Rechnung beinhalten, setzen nicht nur den Festnetzbetrieb bei Freenet voraus. Sie erfordern auch die direkte Kontrolle über ein eigenes Mobilfunknetz.

Hierüber verfügt Mobilcom aber weder heute noch morgen, nachdem sich das Unternehmen dazu durchgerungen hat, die im Jahr 2000 teuer ersteigerte UMTS-Lizenz zurückzugeben. Mobilcom-Chef Grenz sollte also überzeugendere Gründe dafür nennen, dass sich die angestrebte (Re-) Integration von Freenet für die Aktionäre beider Parteien lohnen könnte.

Telekom-Chef Ricke hingegen sollte die Fusionsbegründung zum Anlass nehmen, das deutsche Festnetz- und Mobilfunkgeschäft seines Konzerns auch organisatorisch stärker zu verzahnen, um die Entwicklung wachstums- und margenträchtiger Kombiprodukte im eigenen Hause deutlich voranzubringen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%