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Gefährlicher Streit

"Das Leben ist zu kurz für langweilige Bücher", meinen die Werbestrategen des Frankfurter Eichborn-Verlags. Langeweile gibt es auch bei dem börsennotierten Unternehmen nicht.

Aktuelles Beispiel: Die gestrige Hauptversammlung, bei der die wichtigsten Investoren um Großaktionär Ludwig Fresenius nicht mit abstimmen durften. Mehr als drei Viertel des Kapitals blieben bei der Stimmabgabe außen vor - ein Kuriosum in der deutschen Aktiengeschichte.

Damit hat der Dauerstreit zwischen Fresenius und Eichborn-Vorstandschef Matthias Kierzek einen weiteren Höhepunkt erreicht. Schon im vergangenen Jahr durfte ein Fresenius-Vertreter nicht mit abstimmen. Das Nachspiel dazu findet gerade vor Gericht statt.

Juristisches Geplänkel, könnte man meinen. Tatsächlich aber geht es bei dem Machtkampf um die Zukunft der Marke "Eichborn". Der Streit birgt die Gefahr, Autoren zu verunsichern: Hans Magnus Enzensberger, der die renommierte "Andere Bibliothek" bei Eichborn herausgab, hat schon die Seiten gewechselt. Er heuert bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an.

Wenn Eichborn auf Dauer keinen Schaden nehmen will, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder Kierzek geht, was er freiwillig nicht tun wird, oder Fresenius verkauft seine Aktien. Dass beide jemals harmonisch zusammenarbeiten werden, scheint unmöglich.

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