Navigator
Gewinner und Verlierer

IBM streicht tausende Jobs, Hewlett-Packard kündigt einen neuen Stellenabbau an, und selbst der bislang ausgesprochen sozial eingestellte Halbleiterhersteller ST Microelectronics will sich von 3 000 Leuten trennen. Bricht die IT-Industrie zusammen angesichts der Massenentlassungen?

Mitnichten. Die Branche gehört nach wie vor zu den am stärksten wachsenden weltweit. Und daran wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern. Dass viele Firmen dennoch radikale Einschnitte ankündigen, hat meist einen ganz anderen Grund: Sie haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Beispiel Infineon: Vergangenen Herbst kam ein neuer Chef und kündigte sofort an, sich von Verlustbringern in dem Chipkonzern zu trennen. Die Maßnahmen kamen allerdings viel zu spät, weil die Vorstandsspitze vorher ein halbes Jahr lang nur mit einem Übergangskandidaten besetzt gewesen war. So wurden Entscheidungen auf die lange Bank geschoben. Die Einschnitte wurden letztlich genau in dem Moment umgesetzt, als die Branche in den Abschwung rutschte. Rote Zahlen sind jetzt die Folge.

Früher mag ein halbes Jahr früher oder später keine Rolle gespielt haben. Heute kann es ein Unternehmen in die Pleite treiben, wenn das Management nicht frühzeitig auf Veränderungen reagiert. Ein schwieriges Umfeld als Grund für die Probleme anzuführen ist dabei eine schlechte Ausrede. Wie kommentierte doch Kevin Rollins, Chef des Computerbauers Dell, die Schwierigkeiten seiner Wettbewerber: "Das hat nichts mit dem Markt zu tun. Es ist eine Frage von Gewinnern und Verlierern." Recht hat er.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%