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Glaube an die Werbung!

Stellen Sie sich vor, Sie sind Wissenschaftler und weisen einem Autohersteller nach, dass die Bremsen seiner Vehikel unter Umständen nicht funktionieren, oder einem Hersteller von Fernsehgeräten, dass seine Geräte unter bestimmten Bedingungen womöglich implodieren.

Vermutlich wären Sie Star der Universität und der Kultusminister würde Sie persönlich dafür belobigen, dass Sie mit Ihrem Forschergeist zahllosen Menschen das Leben gerettet hätten. Ganz zu schweigen von dem Hersteller, der Ihnen eine dicke Belohnung für nicht entstandene millionenschwere Schadenersatzforderungen zahlen würde.

In der Softwarebranche ist das anders: Der französische Harvard-Wissenschaftler Guillaume Tena steht in Frankreich vor Gericht, weil er ein Sicherheitsproblem eines Antiviren-Programms auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Der Staatsanwalt plädiert auf 6000 Euro Strafe und vier Monate Haft, der Hersteller Tegam will 900 000 Euro: wegen Verletzung des Urheberrechts! Dabei hatte Tena keinerlei kommerzielle Absichten.

Was lernen wir daraus? Glaube an die Werbung der proprietären Softwareunternehmer! Das Nachdenken oder die Überprüfung der durch die Werbung gemachten Versprechen wird streng bestraft.

Was aber ist das für eine Wissensgesellschaft, in der das Denken und Vermitteln von Wissen sogar für Wissenschaftler verboten ist? Welche Denkverbote kommen dann als nächstes?

Ist es wirklich der Zweck des Urheberrechts, das menschliche Wissen zu begrenzen und am Wachsen zu hindern? Ein Überdenken dieser Fragen ist dringend notwendig.

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