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Halbherzige Schritte beim Spiegel

Oft gibt „Der „Spiegel“ mit Exklusivberichten die Themen vor. Nun sorgt Deutschlands führendes Nachrichtenmagazin in eigener Sache für negative Schlagzeilen.

Oft gibt "Der "Spiegel" mit Exklusivberichten die Themen vor. Nun sorgt Deutschlands führendes Nachrichtenmagazin in eigener Sache für negative Schlagzeilen. Erst kritisiert die mehrheitlich am Magazin beteiligte Mitarbeiter KG die politische Ausrichtung und Qualitätsmängel des Wochenblatts, nun attackiert "Spiegel"-Erbin Franziska Augstein den Chefredakteur Stefan Aust frontal. Sie kritisiert, dass der "Spiegel" unter dem Einfluss von Aust seine Stellung als Leitmedium im deutschen Journalismus verloren habe.

Der Unmut der beiden Gesellschafter um die Redaktionsspitze wiegt offenbar schwer: Denn statt die Kritik gegen Aust hinter verschlossenen Türen zu äußern, tragen die Eigentümer ihren Ärger in der Öffentlichkeit aus. Damit verschärft sich nicht nur die Konfrontation - sie schädigt auch erheblich das Ansehen des Nachrichtenmagazins. Dass der Spiegel-Mitgesellschafter Gruner + Jahr deshalb am Freitag die Notbremse zog, ist verständlich: Die Hamburger Bertelsmann-Tochter mahnt in einer dürren Mitteilung die Mehrheitsgesellschafter zur Vernunft und spricht Aust das Vertrauen aus. Doch dieser Schritt wirkt halbherzig: Um eine weitere Auseinandersetzung zu vermeiden, muss auf der Gesellschafterversammlung am Mittwoch ein klares Signal erfolgen. Entweder alle Eigentümer des Magazins stehen geschlossen hinter dem langjährigen Chefredakteur, oder sie sollten die Konsequenzen ziehen.

Denn schwelt der Streit in diesem Form weiter, entziehen möglicherweise die Leser dem Nachrichtenmagazin das Vertrauen. Damit könnte das Verlagshaus schnell Schlagseite bekommen - und die Gesellschafter stünden vor noch größeren Problemen.

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